interpanel
Offene Bürozone mit bepflanzter Schrankinsel unter einer Reihe leuchtender interpanel Klimaleuchten an der Massivholzdecke

Naturschutzsyndikat SICONA, Olm.

Büroneubau des Regionalen Biodiversitätszentrums in Massivholzbauweise. 48 Klimaleuchten vereinen Heizen, Kühlen und tageslichtorientierte Beleuchtung in einem System und lassen die sichtbare Massivholzdecke weitgehend frei.

3-in-1

Heizen, Kühlen und Licht in einem Deckensystem

Massivholzbau

Segel frei abgehängt unter sichtbaren Holzdecken, ohne Unterdecke

Taupunktfrei

Kühlbetrieb mit 8/12 °C, ohne Taupunktabschaltung und ohne Fühler

Projektdaten.

Projekttyp
Büroneubau in Massivholzbauweise, 3 Etagen
Standort
Olm, Gemeinde Kehlen, Luxemburg
Fertigstellung
August 2025
Bauherr
Naturschutzsyndikat SICONA
Produkte
48 Klimaleuchten auf ca. 535 m², ca. 21 % Deckenbelegung
Architektur
Merten Architekten
TGA-Planung
Werkbund
Installation
Innovat Home Systems S.A.

Technik, die die Haltung des Gebäudes mitträgt.

Das Naturschutzsyndikat SICONA setzt sich seit über 30 Jahren in über 40 Gemeinden im Süden und Zentrum Luxemburgs für den Schutz von Arten, Lebensräumen und Landschaften ein. Von seinem regionalen Biodiversitätszentrum in Olm aus plant und realisiert SICONA Naturschutzmaßnahmen, betreibt wissenschaftliches Monitoring und Umweltbildung.

Der zugehörige Büroneubau, ein dreigeschossiger Massivholzbau mit rund 535 m², übersetzt diese Haltung in Konstruktion: Das Gebäude folgt dem Prinzip „What you see is what you get“. Die Tragstruktur ist offen sichtbar und logisch gefügt, alle Materialien sind geschraubt oder lose verlegt, sämtliche Bauteile sortenrein trennbar und wiederverwendbar.

Für die Gebäudetechnik bedeutet dieses Prinzip eine klare Randbedingung: Die tragenden Holzdecken bleiben sichtbar und prägen den Raumeindruck. Auf eine abgehängte Unterdecke, in der sich Technik verstecken ließe, wurde bewusst verzichtet. Zugleich verlangt der Bauherr ein Gebäude, das ohne Überhitzung durch heiße Sommer kommt und dessen Nutzerinnen und Nutzer die Fenster selbst bestimmen.

SICONA-Neubau von oben: dreigeschossiger Holzbau mit umlaufender Holzlattung vor der Fassade und Photovoltaik auf dem Gründach
Holzlattung vor der Glasfassade, Photovoltaik auf dem Gründach. Foto: MERTEN Architekten

Drei Funktionen, ein Deckensegel.

Die Antwort auf diese Randbedingungen sind 48 Klimaleuchten, die frei unter der Massivholzdecke abgehängt sind. Mit rund 110 m² Segelfläche belegen sie nur etwa 21 % der Bürofläche: Die Holzdecke bleibt in weiten Teilen sichtbar, die technische Installation an der Decke ist auf ein Minimum reduziert.

Für den elektrischen und hydraulischen Anschluss standen lediglich rund 15 cm Abhanghöhe zur Verfügung. Die Verlegung wurde je Etage auf den Rohbau abgestimmt: im Erd- und ersten Obergeschoss oberhalb der Decke, im zweiten Obergeschoss unterhalb. Für die Umsetzung der Haustechnik war Innovat Home Systems S.A. verantwortlich.

„Die interpanel-Klimadecken lassen sich schnell montieren, überzeugen durch ihre elegante Optik und sparen wertvolle Bauzeit. Die enge Abstimmung mit interpanel® sorgt dafür, dass auch komplexe Projekte effizient und zuverlässig umgesetzt werden.“ Achim Peters, Geschäftsführer, Innovat Home Systems S.A.

Kühlen und Heizen

Kühlen und Heizen ohne Taupunktabschaltung.

Die Klimaleuchten kühlen mit 8/12 °C und heizen mit 40/35 °C; nach Auslegung liefern die 48 Segel rund 15,4 kW Kühl- und etwa 10,2 kW Heizleistung. Da die Kühlung taupunktunabhängig über Wärmestrahlung arbeitet, benötigt sie keine Abschaltung und keine Fühler: Auch bei offenem Fenster und sommerlicher Raumluftfeuchte bleibt die Kühlung in voller Leistung nutzbar, ohne Kondensat und ohne Zugluft. Das passt genau zu einem Gebäude, dessen Nutzerinnen und Nutzer natürlich lüften.

Licht

Licht, das dem Tag folgt.

Die Beleuchtung ist vollständig in die Klimaleuchten integriert. Die große Lichtfläche erzeugt eine gleichmäßige, kaum blendende Ausleuchtung mit bis zu 1.000 lx; die Farbtemperatur ist stufenlos zwischen 3.000 und 6.500 K regelbar und wird über die Gebäudeautomation an Tageszeit und Nutzung angepasst. Die LEDs liegen luftdicht hinter der Membran, geschützt vor Staub und Schmutz, und werden direkt gekühlt.

Fassade

Passive Verschattung als Systempartner.

Eine feste Holzlattung umgibt das stark verglaste Gebäude in etwa 80 cm Abstand zur Fassade und hält einen großen Teil der direkten Sonneneinstrahlung fern, ohne Antriebe und Regelungstechnik. Der solare Wärmeeintrag bleibt dadurch niedrig, die kühlende Decke und die passive Architektur ergänzen sich.

Ausgelegt auf Eigenversorgung.

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe von Lambda erzeugt mit natürlichem Propan (R290) das Heiz- und Kühlwasser; weil die Klimaleuchten mit niedrigen Systemtemperaturen arbeiten, bleibt die Wärmepumpe in einem effizienten Betriebsbereich. Den elektrischen Energiebedarf deckt eine Photovoltaikanlage mit SolarEdge-Leistungsoptimierern. Die gesamte Gebäude- und Lichtsteuerung basiert auf Loxone.

Im Betrieb bestätigt sich die Auslegung: An der Wärmepumpe wurde ein COP von rund 7 beobachtet, die relative Luftfeuchte liegt bei 40 bis 42 %, der thermische Komfort ist hoch, ohne spürbaren Luftzug, ohne Geräusch.

Aufsicht auf die Dachkante mit Gründach, Photovoltaikmodulen und den senkrechten Holzlatten der Verschattung
Gründach mit Photovoltaik und Holzlattung der Verschattung. Foto: MERTEN Architekten

Vom Erstkontakt bis zur Feinoptimierung.

SICONA trat als öffentlicher Auftraggeber auf und vergab den Auftrag über ein Ausschreibungsverfahren mit Vergabekommission. Die Klimaleuchten wurden in vorgefertigtem Zustand zur Baustelle gebracht, wo ihre Montage trocken und zügig erfolgte.

  1. 01

    März 2023

    Erstkontakt mit SICONA, danach Ausschreibung und Angebot mit öffentlichem Auftraggeber und Vergabekommission

  2. 02

    August 2024

    Beauftragung nach Planungs- und Entscheidungsphase

  3. 03

    März und April 2025

    Auslieferung der vorgefertigten Klimaleuchten

  4. 04

    August 2025

    Bauliche Fertigstellung

  5. 05

    Bis Anfang 2026

    Inbetriebnahme, Feinoptimierung und erste Betriebsrückmeldungen

Ein Gebäude, das seine Haltung technisch abbildet.

Am Büroneubau des Biodiversitätszentrums SICONA zeigt sich, dass sichtbare Massivholzdecken und ein leistungsfähiges Heiz- und Kühlsystem keinen Widerspruch darstellen. Die Klimaleuchten übernehmen auf nur 21 % der Bürofläche Heizen, Kühlen und Beleuchten; die Holzdecke bleibt sichtbar, das Raumklima bleibt angenehm. Zusammen mit der rückbaubaren Konstruktion, der Wärmepumpe und der eigenen Photovoltaikanlage entsteht ein Gebäudekonzept, das Transparenz und Einfachheit technisch abbildet, passend zu einer Organisation, die dem Schutz von Natur und Ressourcen verpflichtet ist.

Bürozone mit Glastrennwänden und Pflanzen, darüber eine frei abgehängte interpanel Klimaleuchte unter der Holzdecke
Klimaleuchte unter der sichtbaren Massivholzdecke. Foto: MERTEN Architekten

Bildergalerie.

Kühldecke ohne Unterdecke.

interpanel prüft gemeinsam mit Planung und Fachpartner, wie Heizen, Kühlen und Licht auch unter sichtbaren Holz- oder Betondecken in einem System zusammenkommen.