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Behaglichkeitsrechner: PMV, PPD und Komfortzone.

Lufttemperatur, Strahlungstemperatur, direkte Kurzwelleneinstrahlung, Luftbewegung, Feuchte, Aktivität und Bekleidung eingeben, wahlweise nach ASHRAE 55 oder EN 16798-1 / ISO 7730. Der Rechner zeigt PMV, PPD und SET und macht sichtbar, wie Strahlung Behaglichkeit verändert.

Behaglichkeit live im Psychrometrie-Diagramm.

Voreingestellt ist ein typischer Büroplatz (25 °C, 50 % r.F., leichte Tätigkeit, Sommerkleidung). Oben wählst du die Norm: ASHRAE 55 (eine Komfortzone PMV ±0,5, inklusive SET-Cooling-Effect bei Luftbewegung) oder EN 16798-1 / ISO 7730 (Kategorien I / II / III). Presets, Ziel-PMV, Vergleichsmodus, adaptiver Komfort, Kurzwelleneintrag und Report-Link machen aus den Eingaben ein kompaktes Planungsbild. Die Berechnung nutzt die quelloffenen Modelle des CBE Thermal Comfort Tool der UC Berkeley.

Norm

ASHRAE 55: eine Komfortzone PMV ±0,5; erhöhte Luftbewegung wird über den SET-Cooling-Effect als Temperaturentlastung berücksichtigt.

Typischer sitzender Bürofall mit leichter Sommerbekleidung und ruhiger Luft.

PMV · Empfindung

-0,2

Neutral

Komfort erfüllt

PPD · Unzufriedene

6%

je niedriger, desto besser

SET · gefühlt

24,2°C

Standard Effective Temp.

Operativ · Strahlung

25,0°C

wirksame MRT 25,0 °C

Stille Luft (v ≤ 0,1 m/s nach Aktivitätskorrektur): kein Cooling-Effect. Direkte Kurzwelleneinstrahlung ist nicht angesetzt. Bei besonnten Arbeitsplätzen kann PMV ohne Solar-Korrektur Überhitzung unterschätzen.
+0,0

Lufttemperatur bei wirksamer MRT: 26,3 °C

Komfortband

23,6 – 28,9°C

ASHRAE-Komfortzone (PMV ±0,5)

MRT-Hebel

0,6K

gegenüber wirksamer MRT = Luft bei Ziel-PMV +0,0

Eingaben

25,0 °C
25,0 °C

Trennt langwellige MRT von direkter kurzwelliger Besonnung. Vereinfachte äquivalente MRT-Erhöhung, kein vollständiger SolarCal-Nachweis.

0,10 m/s
50 %
1,10 met
0,50 clo
1014182226303405101520253012 g/kgLufttemperatur [°C]g/kg20%40%60%Taupunkt 13,9 °CPMV -0,24, PPD 6,2 %, 9,9 g/kg, Taupunkt 13,9 °C
Komfortzone (PMV −0,5 … +0,5) Betriebspunkt rel. Feuchte, Taupunkt, 12 g/kg
Datentabelle
NormASHRAE 55
PMV / PPD-0,24 / 6,2 %
SET / operativ24,2 °C / 25,0 °C
Luft / MRT langwellig25,0 °C / 25,0 °C
Kurzwelleneintragnicht angesetzt
Solare MRT-Erhöhung0,0 K
Wirksame MRT25,0 °C
PMV ohne Kurzwelleneintrag-0,24
Luftgeschwindigkeit0,10 m/s
Relative / absolute Feuchte50 % / 9,9 g/kg
Taupunkt13,9 °C
Komfortband23,6 bis 28,9 °C
MRT-Hebel0,6 K

Technische Einschätzung

Komfort erfüllt nach ASHRAE 55

PMV -0,24

Die Berechnung ergibt PMV -0,24 und PPD 6,2 %. Der Betriebspunkt ist damit nach ASHRAE 55 als "Komfort erfüllt" einzuordnen. Grundlage ist ein stationärer, homogener Raumzustand mit den oben dokumentierten Annahmen zu Aktivität, Bekleidung, Luftgeschwindigkeit und Feuchte.

Die ASHRAE-55-Bewertung prüft eine Komfortzone von PMV ±0,5. Bei der eingestellten Luftgeschwindigkeit entsteht kein relevanter SET-Cooling-Effect. Lokale Zugluft, Turbulenzgrad und Luftverteilung werden dadurch nicht abschließend bewertet.

Lufttemperatur und langwellige mittlere Strahlungstemperatur liegen praktisch gleich. Die operative Temperatur von 25,0 °C entspricht damit näherungsweise der Lufttemperatur. Direkte Kurzwelleneinstrahlung ist nicht angesetzt; bei besonnten Arbeitsplätzen kann PMV die Überhitzung sonst unterschätzen.

Wie der Rechner arbeitet.

Operative Temperatur & MRT

Der Mensch tauscht Wärme über Konvektion (mit der Luft) und Strahlung (mit den Umgebungsflächen) aus. Die mittlere Strahlungstemperatur (MRT) bündelt den Strahlungsanteil. Operative Temperatur ist das Mittel aus Luft- und Strahlungstemperatur (ISO 7726).

Eine kühle Decke senkt die MRT, ohne die Luft entsprechend herunterzukühlen. Im Rechner verschiebt jede 1 °C niedrigere MRT die Komfortzone um rund 1 °C zu höherer tolerierbarer Lufttemperatur, der Kern des Prinzips der Kühlung über Strahlungsabsorption.

Kurzwelleneintrag durch Sonne

Direkte Sonne wirkt nicht nur über erwärmte Oberflächen, sondern auch als kurzwellige Strahlung direkt auf Personen. Deshalb trennt der Rechner die langwellige MRT von einer optionalen solaren Zusatzbelastung.

Die Eingabe „Sonne / Kurzwelleneintrag" wird als vereinfachte äquivalente MRT-Erhöhung angesetzt: Einstrahlung, besonnter Körperanteil und Absorptionsgrad ergeben eine absorbierte Kurzwelleneinwirkung, die in eine wirksame MRT umgerechnet wird. Das ist eine technische Näherung zur Planungsillustration, kein vollständiger SolarCal- oder Verschattungsnachweis.

Fachlicher Kontext: Die CATE-2026-Agenda führt Sue Roaf mit Beiträgen zu „Comfort and Humidity" sowie „Mean Radiant Temperature, Operative Temperature and Comfort". Diese Debatte um MRT, operative Temperatur und Komfortmetriken passt genau zu der Frage, wann PMV ohne sauber dokumentierte Strahlungsrandbedingungen zu kurz greift. (CATE 2026, Network for Comfort and Energy Use in Buildings).

PMV, PPD und SET

PMV (Predicted Mean Vote, Fanger 1970 / ISO 7730) sagt das mittlere Empfinden auf der Skala −3 (kalt) bis +3 (heiß) voraus. Komfort gilt als erfüllt, wenn PMV zwischen −0,5 und +0,5 liegt. PPD ist der daraus abgeleitete Anteil unzufriedener Personen (Optimum rund 5 %).

SET (Standard Effective Temperature, Gagge-Zwei-Knoten-Modell) ist die gefühlte Effektivtemperatur. Bei erhöhter Luftgeschwindigkeit weist der Rechner zusätzlich den Cooling-Effect aus, die scheinbare Temperaturabsenkung durch Luftbewegung.

Normen zur Auswahl: ASHRAE 55 und EN 16798

ASHRAE 55 bewertet über eine Komfortzone (PMV zwischen −0,5 und +0,5) und rechnet erhöhte Luftgeschwindigkeit über den SET-basierten Cooling-Effect an: Luftbewegung verschiebt die wirksame Temperatur nach unten.

EN 16798-1 / ISO 7730 staffelt die Behaglichkeit in drei Kategorien: I (PMV ±0,2, hoch), II (±0,5, mittel), III (±0,7, akzeptabel). Erhöhte Luftgeschwindigkeit geht hier nur über die relative Luftgeschwindigkeit ein, ohne separaten SET-Cooling-Effect. Im Diagramm erscheinen die drei Kategorien als verschachtelte Zonen.

Psychrometrie-Diagramm

Aufgetragen sind Lufttemperatur (x) und Feuchtegehalt in g/kg (y), dazu die Linien konstanter relativer Feuchte. Die grüne Komfortzone markiert den Komfortbereich (ASHRAE 55: PMV ±0,5; EN: Kategorien I/II/III) für die eingestellte Aktivität, Bekleidung, Luftbewegung und wirksame MRT, mit oberer Feuchtegrenze 12 g/kg.

Der Betriebspunkt ist grün, solange er im Komfort liegt, sonst orange. Wer die MRT senkt, sieht die Zone nach rechts wandern.

Zielwerte & Vergleich

Der Ziel-PMV rechnet rückwärts: Welche Lufttemperatur erfüllt den gewählten Komfortwert bei der wirksamen MRT? Daneben zeigt das Komfortband die zulässige Lufttemperatur für PMV ±0,5. Der Vergleichsmodus stellt die aktuelle Strahlungssituation einem reinen Lufttemperaturfall gegenüber (MRT = Luft).

So wird sichtbar, wie viel Lufttemperatur-Spielraum eine niedrigere mittlere Strahlungstemperatur erzeugt. Der Report-Link speichert Norm, Reiter und Eingaben in der URL; die PDF-Funktion erzeugt einen festen Report mit Branding, Diagramm und technischer Einschätzung.

Adaptiver Komfort

Der Reiter „Adaptiv" bewertet natürlich belüftete oder gemischt betriebene Räume über die gleitende Außentemperatur. ASHRAE 55 gibt 80 % / 90 %-Akzeptanzbänder aus; EN 16798 staffelt wieder nach Kategorien I, II und III.

Dieser Modus ergänzt PMV/PPD, ersetzt aber nicht die Prüfung lokaler Unbehaglichkeit, Luftqualität, Akustik oder Blendung.

Presets, Einschätzung & Hinweise

Die Presets setzen typische Randbedingungen für Büro, Sonnenplatz am Fenster, Besprechung, Schule, Hotelzimmer, Winterfall oder erhöhte Luftbewegung. Sie sind als Startpunkte gedacht; jede manuelle Änderung wird als individuelle Einstellung behandelt.

Unter dem Diagramm fasst die technische Einschätzung PMV, PPD, Normmodus, MRT-Wirkung, Kurzwelleneintrag, Feuchtegehalt und Taupunkt sachlich zusammen. Zusätzliche Hinweise erscheinen nur bei prüfbedürftigen Randbedingungen, etwa hoher Feuchte, geringer Taupunktreserve, erhöhter Luftbewegung, direkter Besonnung oder untypischer Aktivität und Bekleidung.

PDF-Report & freiwillige Kontaktdaten

Die PDF-Funktion erzeugt einen gebrandeten Report mit Report-ID, Modellstand, Seitenzahlen, Diagramm, Eingaben inklusive Kurzwelleneintrag, technischer Einschätzung, Hinweisen und dem Vermerk „Alle Angaben ohne Gewähr". Vor dem Export kann freiwillig ein Name, eine Firma und eine E-Mail-Adresse ergänzt werden.

Ohne Kontaktfreigabe oder Newsletter-Einwilligung wird kein Lead gesendet. Ist kein Lead-Endpoint konfiguriert, bleibt die PDF-Erzeugung rein lokal im Browser.

Grundlage, Quelle & Grenzen

Dieser Rechner ist in Anlehnung an die Vorarbeit des CBE Thermal Comfort Tool (Center for the Built Environment, UC Berkeley, Version 2.5.7, MIT-Lizenz) entstanden und nutzt dessen quelloffene Berechnungsmodelle: PMV/PPD nach ISO 7730, SET nach Gagge, Cooling-Effect nach ASHRAE 55.

Bitte zitieren: Tartarini, F., Schiavon, S., Cheung, T., Hoyt, T., 2020. CBE Thermal Comfort Tool: online tool for thermal comfort calculations and visualizations. SoftwareX 12, 100563. doi.org/10.1016/j.softx.2020.100563

Erklär- und Planungswerkzeug, kein normativer Behaglichkeitsnachweis. Verbindliche Auslegung über vollständige Gebäudesimulation. Alle Angaben ohne Gewähr.

Häufige Fragen zum Behaglichkeitsrechner

Was berechnet der Behaglichkeitsrechner?

Der Rechner bewertet die thermische Behaglichkeit nach ASHRAE 55 oder EN 16798-1 / ISO 7730. Aus Lufttemperatur, langwelliger mittlerer Strahlungstemperatur, optionalem Kurzwelleneintrag, Luftgeschwindigkeit, relativer Feuchte, Aktivität und Bekleidung berechnet er PMV, PPD, SET, operative Temperatur, Taupunkt und Feuchtegehalt. Zusätzlich zeigt er Ziel-Lufttemperaturen, Komfortband, Vergleich von Luftkühlung und Kühlung über Strahlungsabsorption, adaptive Komfortgrenzen und den Betriebspunkt samt Komfortzone im Psychrometrie-Diagramm.

Warum ist die mittlere Strahlungstemperatur (MRT) separat einstellbar?

Weil sie der Hebel der Kühlung über Strahlungsabsorption ist. Der Mensch tauscht etwa die Hälfte seiner Wärme über Strahlung mit den Umgebungsflächen aus. Eine kühle Decke senkt die langwellige MRT, ohne die Luft so stark herunterkühlen zu müssen. Im Rechner zeigt sich: rund 1 °C niedrigere MRT erlaubt etwa 1 °C höhere Lufttemperatur bei gleichem Komfort, die Komfortzone wandert nach rechts. Direkte Sonne wird separat als kurzwellige Zusatzbelastung angesetzt.

Warum gibt es einen Kurzwelleneintrag für Sonne?

PMV berücksichtigt Strahlung nur dann belastbar, wenn die Strahlungsrandbedingungen korrekt eingegeben werden. Direkte Sonne durch Fenster oder helle Leuchten wirkt als kurzwellige Strahlung direkt auf Personen und kann eine formal plausible Lufttemperatur deutlich wärmer wirken lassen. Der Rechner setzt diese Besonnung als vereinfachte äquivalente MRT-Erhöhung an und zeigt zusätzlich, wie der PMV ohne diese Solar-Korrektur ausfallen würde. Für einen normativen Nachweis bleiben Sonnenstand, Verschattung, Glasdaten und lokale Besonnung gesondert zu dokumentieren.

Was bedeuten PMV, PPD und SET?

PMV (−3 kalt … +3 heiß) sagt das mittlere Behaglichkeitsurteil voraus; im Komfortbereich liegt er zwischen −0,5 und +0,5. PPD ist der daraus folgende Anteil unzufriedener Personen (im Optimum rund 5 %). SET ist die „gefühlte" Standard-Effektivtemperatur, die unterschiedliche Bedingungen vergleichbar macht und auch den Effekt von Luftbewegung abbildet.

Was ist der Unterschied zwischen ASHRAE 55 und EN 16798 / ISO 7730?

ASHRAE 55 nutzt eine einzige Komfortzone (PMV zwischen −0,5 und +0,5) und rechnet erhöhte Luftgeschwindigkeit über den SET-basierten Cooling-Effect an, der die wirksame Temperatur senkt. EN 16798-1 / ISO 7730 staffelt die Behaglichkeit stattdessen in drei Kategorien: I (PMV ±0,2, hoch), II (±0,5, mittel) und III (±0,7, akzeptabel), und berücksichtigt Luftbewegung nur über die relative Luftgeschwindigkeit, ohne separaten SET-Cooling-Effect. Bei stiller Luft (bis etwa 0,1 m/s) liefern beide Normen praktisch denselben PMV; der Unterschied wächst mit der Luftgeschwindigkeit. Die Norm ist im Rechner oben umschaltbar.

Wie genau sind die Ergebnisse?

Die Modelle (PMV/PPD nach Fanger/ISO 7730, SET nach dem Gagge-Zwei-Knoten-Modell, Cooling-Effect erhöhter Luftgeschwindigkeit) beruhen auf den quelloffenen Modellen des CBE Thermal Comfort Tool der UC Berkeley. Es ist ein Planungs- und Erklärwerkzeug, kein normativer Nachweis. Für die verbindliche Auslegung ist eine vollständige Gebäudesimulation maßgeblich. Alle Angaben ohne Gewähr.

Kann ich eine Einstellung teilen oder als PDF sichern?

Ja. Der Rechner erzeugt einen Link mit den aktuellen Eingaben, dem gewählten Normmodus und dem aktiven Reiter. Über die PDF-Funktion wird ein kompakter Report mit Report-ID, Branding, Eingaben, Diagramm und technischer Einschätzung erstellt. Vor dem PDF kann freiwillig Name, Firma und E-Mail eingetragen werden; ohne diese Angaben wird das PDF trotzdem erzeugt.

Was bedeuten technische Einschätzung und Hinweise?

Die technische Einschätzung ordnet PMV, PPD, Normmodus, MRT-Wirkung, Feuchtegehalt und Taupunkt nüchtern ein. Die Hinweise erscheinen nur bei auffälligen Randbedingungen, etwa hoher relativer Feuchte, geringer Taupunktreserve, erhöhter Luftgeschwindigkeit oder Eingaben außerhalb typischer Büroannahmen. Sie ersetzen keinen normativen Nachweis, machen aber prüfbedürftige Punkte sichtbar.

Wozu dienen die Presets?

Presets setzen typische Randbedingungen wie Büro Sommer, Büro mit Kühldecke, Besprechungsraum oder Deckenventilator. Sie sind Startpunkte für plausible Szenarien und zeigen typische Effekte schneller. Nach jeder manuellen Änderung gilt die Einstellung als individuell und sollte projektspezifisch geprüft werden.

Behaglichkeit, die man über die Strahlung spürt.

Wir rechnen Ihr Projekt mit einer vollständigen Gebäudesimulation durch und zeigen, welche operative Temperatur und welchen Komfort interpanel in Ihrem Gebäude erreicht.