Lexikon
Lexikon der Gebäudetechnik
Fachbegriffe verständlich erklärt.
42 Begriffe
Feuchte & Taupunkt
MARC-Membran
Infrarotdurchlässige Membran, die die Kühlfläche physikalisch von der feuchten Raumluft trennt. Wärmestrahlung passiert, die kalte Fläche bleibt von Raumluftfeuchte getrennt. Das ist die Basis der taupunktunabhängigen Kühlung.
Taupunkt
Temperatur, bei der Wasserdampf an kalten Oberflächen kondensiert, limitierender Faktor klassischer passiver Kühldecken.
Taupunktwächter
Sensor oder berechneter Grenzwert in der Regelung, der bei drohender Kondensation die Vorlauftemperatur einer Kühldecke anhebt oder die Kühlung abschaltet.
Systeme & Bauarten
Betonkernaktivierung
Thermische Bauteilaktivierung, bei der wasserführende Rohre in der Betondecke verlegt sind und die Speichermasse zum Heizen und Kühlen nutzen.
Deckenheizung
Flächenheizung, die über wassergeführte Heizflächen in der Decke Wärme als Infrarotstrahlung abgibt, schnelle Reaktionszeit, niedrige Vorlauftemperatur.
Deckenkühlung
Oberbegriff für die Kühlung eines Raums über thermisch aktive Deckenflächen, überwiegend durch Aufnahme von Wärmestrahlung, ohne Luftbewegung.
Deckensegel
Frei abgehängtes Deckenelement, das je nach Ausführung Kühlung, Heizung, Licht oder Akustik aufnimmt. Belegt nur einen Teil der Deckenfläche.
Deckenstrahlplatte
Abgehängte Metallplatte mit wasserführendem Rohrregister, die überwiegend über Strahlung heizt oder kühlt. Verbreitet in Hallen und großen Räumen.
Flächenkühlung
Oberbegriff für Kühlsysteme, die über große Bauteilflächen (Decke, Wand, Boden) mit moderaten Temperaturen kühlen, überwiegend durch Strahlungsaustausch.
Heiz- und Kühldecke
Deckensystem, das mit demselben wassergeführten Register heizt und kühlt, durch Umschalten der Medientemperatur zwischen Warm- und Kaltwasser.
Kapillarrohrmatte
Matte aus feinen Kunststoffrohren (Durchmesser 3 bis 5 mm), eingebettet in Putz oder Gipskarton, für gleichmäßige Flächentemperierung mit geringer Aufbauhöhe.
Klimadecke
Deckensystem, das heizt und kühlt, oft synonym zur Heiz-/Kühldecke verwendet. Anders als der Begriff nahelegt, entfeuchtet eine Klimadecke nicht.
Kühlbalken
Deckengerät, das Raumluft über ein Kühlregister abkühlt. Passive Kühlbalken nutzen Konvektion, aktive Kühlbalken zusätzlich zugeführte Primärluft.
Kühldecke
Deckensystem, das Räume über wassergeführte Kühlflächen an der Decke temperiert, zugfrei und geräuschlos.
Kühlsegel
Einzeln abgehängte Kühlelemente unter der Rohdecke, belegen nur 20 bis 50 % der Deckenfläche statt 80 bis 90 % bei geschlossenen Kühldecken.
Stille Kühlung
Kühlung ohne Ventilatoren und ohne hörbare Luftbewegung, realisiert über wassergeführte Flächensysteme. Auch als geräuschlose oder lautlose Kühlung bezeichnet.
Taupunktunabhängige Kühldecke
Kühldecke, die auch bei hoher Luftfeuchtigkeit mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeitet, ohne taupunktbedingte Abregelung bei zulässigen Betriebsbedingungen. Eine infrarotdurchlässige Membran schützt die Kühlfläche vor feuchter Raumluft.
Vorlauftemperatur
Temperatur des Heiz- oder Kühlmediums beim Eintritt in die Fläche. Bei Kühldecken bestimmt sie zusammen mit dem Taupunkt die erreichbare Kühlleistung.
Kühllast & Auslegung
Dynamische Kühllast
Zeitlich veränderlicher Verlauf der Kühllast über den Tag und das Jahr, ermittelt über eine thermische Gebäudesimulation statt über einen einzelnen Spitzenwert.
Kühllast
Wärmestrom, der einem Raum entzogen werden muss, um eine gewünschte Raumtemperatur zu halten. Summe aus inneren und äußeren Lasten, angegeben in Watt oder W/m².
Spezifische Kühlleistung
Kühlleistung je Quadratmeter aktiver Fläche, angegeben in W/m². Vergleichswert für Kühldecken und Kühlsegel, abhängig von Vorlauftemperatur und Untertemperatur.
Thermik & Strahlung
Operative Temperatur
Mittelwert aus Lufttemperatur und mittlerer Strahlungstemperatur, beschreibt das tatsächliche Temperaturempfinden besser als die Lufttemperatur allein.
Wärmestrahlung
Elektromagnetische Strahlung im Infrarotbereich, überträgt thermische Energie zwischen Oberflächen ohne Luftbewegung.
Akustik
Nachhallzeit
Zeit, in der der Schalldruckpegel nach Abschalten der Schallquelle um 60 Dezibel abnimmt (T60). Maß für die Hörsamkeit eines Raums nach DIN 18041.
Schallabsorption
Umwandlung von Schallenergie in Wärme an porösen oder schwingungsfähigen Oberflächen. Kennwert αw, Absorptionsklassen A-E nach DIN EN ISO 11654.
Licht & Steuerung
Beleuchtungsstärke
Auf eine Fläche treffender Lichtstrom je Flächeneinheit, gemessen in Lux (lx). Am Büroarbeitsplatz sind mindestens 500 lx gefordert.
Human Centric Lighting
Beleuchtungskonzept, das Lichtfarbe und vor allem die melanopisch wirksame Lichtmenge am Auge im Tagesverlauf führt, um den circadianen Rhythmus und das Wohlbefinden zu unterstützen.
Leuchtdichte
Maß für die Helligkeit, mit der eine leuchtende oder beleuchtete Fläche dem Auge erscheint, gemessen in Candela je Quadratmeter (cd/m²). Maßgeblich für Helligkeitseindruck und Blendung.
UGR
Unified Glare Rating, einheitliches Bewertungsmaß für die psychologische Blendung durch Beleuchtung. Für Bildschirmarbeitsplätze gilt UGR ≤ 19.
Architektur & Decke
Aktive Deckenfläche
Anteil der Deckenfläche, der thermisch wirksam ist. Bei hoher Leistungsdichte genügen 20 bis 35 Prozent statt 80 bis 90 Prozent bei geschlossenen Kühldecken.
Verschattung
Maßnahmen, die solare Einstrahlung vor oder an der Verglasung abfangen. Außenliegender Sonnenschutz ist deutlich wirksamer als innenliegender und zentraler Baustein des sommerlichen Wärmeschutzes.
Normen & Regelwerke
ASR A3.5
Technische Regel für Arbeitsstätten zur Raumtemperatur. Nennt Höchstwerte und Maßnahmen bei hohen Lufttemperaturen am Arbeitsplatz.
DIN 18041
Norm zur Hörsamkeit in Räumen. Definiert nutzungsabhängige Soll-Nachhallzeiten und Anforderungen an die raumakustische Planung.
DIN 4108-2
Norm zum Mindestwärmeschutz und sommerlichen Wärmeschutz von Gebäuden. Definiert den Nachweis gegen sommerliche Überhitzung von Räumen.
DIN EN 12464-1
Norm für die Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen. Legt je Sehaufgabe Wartungswerte der Beleuchtungsstärke, UGR-Grenzwerte, Farbwiedergabe und Gleichmäßigkeit fest.
DIN EN 16798
Norm zur energetischen Bewertung von Gebäuden und zur Festlegung von Eingangsparametern für das Raumklima, darunter Kategorien der thermischen Behaglichkeit.
DIN EN ISO 11654
Norm, die aus dem frequenzabhängigen Schallabsorptionsgrad den bewerteten Einzahlwert αw und die Absorptionsklassen A bis E ableitet.
DIN EN ISO 354
Norm zur Messung der Schallabsorption im Hallraum. Liefert den frequenzabhängigen Schallabsorptionsgrad als Grundlage für αw und Absorptionsklassen.
DIN EN ISO 7730
Norm zur analytischen Bestimmung und Interpretation der thermischen Behaglichkeit über die Indizes PMV und PPD.
PMV / PPD
Komfortindizes nach DIN EN ISO 7730: PMV (Predicted Mean Vote) prognostiziert das mittlere Temperaturempfinden, PPD (Predicted Percentage Dissatisfied) den Anteil Unzufriedener.
Sommerlicher Wärmeschutz
Bauliche und anlagentechnische Maßnahmen, die sommerliche Überhitzung von Räumen begrenzen. Nachweis nach DIN 4108-2 und GEG.
VDI 2078
Richtlinie zur Berechnung der thermischen Lasten und Raumtemperaturen, Grundlage für die Auslegung der Kühllast und für instationäre Jahressimulationen.
Systemunterlagen anfordern.
interpanel stellt Datenblätter, Planungsunterlagen und projektspezifische Wirtschaftlichkeitsberechnungen zur Verfügung.