interpanel
Detail eines interpanel Deckensegels mit Lichtlinie vor dunkler Decke

Wärmestrahlung, Heizen und Kühlen ohne Luftbewegung.

Deckenheizung und Deckenkühlung arbeiten über Infrarotstrahlung. Keine Zugluft und dadurch weniger Aufwirbelung von Staub und Partikeln. Das physikalische Grundprinzip des interpanel Systems.

interpanel Deckensegel als thermisch aktive Strahlungsfläche, in eine Akustikdecke integriert

Wärmeaustausch über Infrarotstrahlung.

Thermisch aktivierte Deckenflächen geben Wärmestrahlung ab (Heizfall) oder nehmen sie auf (Kühlfall). Wärmestrahlung ist elektromagnetische Strahlung im Infrarotbereich, Wellenlängen zwischen 1 und 50 Mikrometer.

Das entscheidende physikalische Merkmal: Luft ist für Wärmestrahlung nahezu transparent. Die Strahlung erwärmt nicht die Raumluft, sondern die Raumoberflächen, Wände, Böden, Möbel, Personen. Der Wärmeaustausch geschieht permanent, in Lichtgeschwindigkeit, von warm nach kalt.

Bis zu 60 Prozent der menschlichen Wärmeabgabe geschieht über Strahlung (ASHRAE Handbook of Fundamentals). Kühlung und Heizung über Wärmestrahlung nutzen damit den körpereigenen Weg der Wärmeregulation.

Heizfall

Die erwärmte Decke strahlt auf Raumflächen und Personen. Die Wärme verteilt sich gleichmäßig, lautlos, ohne Luftbewegung. Keine Temperaturschichtung, kein Warmluftpolster unter der Decke.

Kühlfall

Die gekühlte Decke absorbiert Wärme von Personen und Raumflächen. Wärme wird über den Wasserkreislauf abtransportiert. Der Raum kühlt ab, ohne dass ein Luftstrom spürbar ist.

Strahlung und Konvektion, zwei Wege der Wärmeübertragung.

Konventionelle Systeme wie Klimaanlagen, Gebläse-Konvektoren und Konvektionsheizkörper arbeiten über Konvektion: Sie erwärmen oder kühlen die Raumluft direkt. Die Luft wird bewegt, umgewälzt, durch Filter gepresst.

Strahlungssysteme wie Deckenheizungen und Deckenkühlungen arbeiten über Wärmestrahlung: Sie erwärmen oder kühlen die Raumoberflächen. Die Luft bleibt weitgehend unbewegt.

EigenschaftKonvektive SystemeStrahlungssysteme
Wärmeübertragung über bewegte Luft über Infrarotstrahlung
Luftbewegung systembedingt vorhanden keine durch das System
Staubverwirbelung vorhanden, Luft wird bewegt keine Luftbewegung durch das System
Zugluft möglich, systembedingte Luftströmung keine systembedingte Luftströmung
Relative Feuchte im Winter sinkt stärker, hohe Lufttemperatur nötig bleibt höher, niedrigere Lufttemperatur genügt
Keimrisiko in Kühlregistern und Filtern möglich keine luftführenden Komponenten im System
Temperaturschichtung im Heizfall ausgeprägt gleichmäßige Oberflächentemperaturen

Der Vergleich beschreibt typische Systemeigenschaften; die konkrete Ausprägung hängt von Gerät, Auslegung und Betrieb ab.

Im Kühlfall gilt zusätzlich: Konvektive Systeme erfordern geschlossene Fenster. Das interpanel System arbeitet auch bei offenen Fenstern, die Kühlung geschieht über Strahlung, nicht über konditionierte Luft.

Physikalische Einordnung: Über Strahlungsaustausch kann eine Deckenfläche bei 8 Kelvin Temperaturdifferenz zu den Raumoberflächen höchstens rund 45 W/m² aufnehmen (Stefan-Boltzmann-Gesetz). Nennwerte deutlich darüber entstehen bei gleicher Differenz über Konvektionsanteile, also bewegte Luft, oder über die Bezugsfläche, etwa bei beidseitig aktiven Segeln. interpanel erreicht hohe Leistung überwiegend über Strahlungsabsorption, weil die MARC-Membran eine größere Temperaturdifferenz erlaubt, ohne dass Kondensat entsteht.

Offene und geschlossene Kühldecken.

Kühldecken lassen sich nach Bauart in offene und geschlossene Systeme unterscheiden. Die Bauart bestimmt den Anteil von Strahlung und Konvektion an der Kühlleistung, und damit Hygiene, Wartungsaufwand und Komfort.

Offene Systeme

Lamellenkonstruktionen, Kühlbalken, perforierte Kühlsegel

  • Höherer Konvektionsanteil durch Luftdurchströmung
  • Staubansammlung auf Lamellen und in Zwischenräumen
  • Regelmäßiger Reinigungsbedarf
  • Zugluftrisiko durch induzierte Luftströmung

Geschlossene Systeme

Geschlossene Kühlsegel, Kapillarrohrmatten

  • Wärmeaustausch überwiegend über Strahlung
  • Glatte, geschlossene Oberfläche, hygienisch, staubfrei
  • Keine geplante Wartung über die Lebensdauer im Bereich der Deckenfläche
  • Kein Zugluftrisiko

interpanel ist ein geschlossenes System. Die MARC-Membran (Membrane Assisted Radiant Cooling) schließt die Kühlfläche vollständig ab. Die Membran verhindert Taupunktbildung auf der Kühlfläche und ermöglicht Vorlauftemperaturen von 8 bis 12 °C, deutlich unter dem Taupunkt.

Thermischer Komfort nach DIN EN ISO 7730 und ASHRAE 55.

Strahlungssysteme erreichen sehr gute Komfortwerte nach DIN EN ISO 7730 und ASHRAE 55. Die Gründe sind physikalisch bedingt:

Gleichmäßige Oberflächentemperaturen

Wände und Böden werden über Strahlung gleichmäßig temperiert. Kalte Oberflächen im Winter und überhitzte Flächen im Sommer entfallen. Die operative Raumtemperatur verteilt sich gleichmäßig im Raum.

Niedrigste Luftgeschwindigkeiten

Ohne mechanische Luftbewegung bleiben die Luftgeschwindigkeiten im Raum auf natürlichem Niveau. Zugluft, eine der häufigsten Komfortbeschwerden in Bürogebäuden, entfällt.

Keine Staubverwirbelung

Konvektionssysteme setzen Staub, Pollen und Partikel in Bewegung. Strahlungssysteme lassen die Luft ruhen. Das ist besonders vorteilhaft gegenüber Systemen mit hohem Konvektionsanteil, die Staub vom Boden aufwirbeln können.

Keine Lufttrocknung im Winter

Weil Strahlungswärme direkt auf Personen und Flächen wirkt, kommt der Raum mit etwas niedrigerer Lufttemperatur aus als bei rein konvektiver Heizung. Die relative Feuchte bleibt im Winter entsprechend höher.

Planungsunterlagen und Beratung.

Systembroschüre, technische Dokumentation Hydraulik und eine persönliche Planungsberatung erhalten Sie projektspezifisch auf Anfrage.

Nächster Schritt.

Das Strahlungsprinzip bildet die Grundlage des interpanel Systems. Die MARC-Membrantechnologie macht es taupunktunabhängig und liefert im Kühlfall eine höhere flächenspezifische Nennleistung als klassische passive Kühldecken (nach DIN EN 14240).