interpanel

Taupunktunabhängig, Kühlung ohne Abschaltung.

Klassische passive Kühldecken müssen im Sommer feuchtebedingt abregeln und verlieren dann einen Großteil ihrer Leistung. Die MARC-Technologie von interpanel löst diese Einschränkung. Weltweit patentiert.

Warum klassische passive Kühldecken im Sommer abschalten.

Klassische passive Kühldecken arbeiten mit wasserdurchströmten Metallflächen, die direkt dem Raumklima ausgesetzt sind. Fällt die Oberflächentemperatur unter den Taupunkt der Raumluft, kondensiert Feuchtigkeit auf der Kühlebene. Das Ergebnis: Wasser tropft von der Decke.

Um das zu verhindern, setzen alle klassischen passiven Systeme eine Taupunktabschaltung ein. Ein Taupunktsensor misst laufend die Raumluftfeuchte und hebt die Vorlauftemperatur an, sobald Kondensation droht, typischerweise auf 18 bis über 20 °C, oder die Kühldecke wird komplett abgeschaltet. In der Praxis bedeutet das: Bei sommerlicher Hitze, bei hoher Luftfeuchtigkeit, bei geöffneten Fenstern oder bei Personenbelegung steigt der Taupunkt, und die Anlage drosselt oder schaltet ab.

Statt der nach DIN EN 14240 geprüften Nennleistung von ca. 72 W/m² Panel-Fläche stehen im realen Sommerbetrieb nur noch 0 bis 20 W/m² zur Verfügung. Die Kühldecke drosselt oder schaltet dann ab, wenn sie am meisten gebraucht wird.

  • Fensterlüftung, feuchtwarme Außenluft hebt den Taupunkt sofort an
  • Hohe Personenbelegung, jede Person gibt ca. 50 bis 80 g Feuchtigkeit pro Stunde ab
  • Bestandssanierung, mechanische Lüftung ist oft nicht vorhanden oder nachrüstbar
  • Sommerhitze in Mitteleuropa, bei 30 °C und 60 % relativer Feuchte liegt der Taupunkt bei ca. 22 °C
Nutzbare Kühlleistung über die Raumtemperatur, klassische passive Kühldecke gegenüber interpanel bei 65 % relativer Luftfeuchte Liniendiagramm. X-Achse Raumtemperatur 22 bis 28 °C, Y-Achse nutzbare Kühlleistung in Watt pro Quadratmeter. Bei 65 % relativer Luftfeuchte muss eine klassische passive Kühldecke die Vorlauftemperatur hochfahren, um Kondensation zu vermeiden, dadurch bricht die Kühlleistung ein. interpanel bleibt taupunktunabhängig bei rund 107 W/m² am Auslegungspunkt 26 °C, klassische passive Kühldecke nur 20 W/m². 26 °C · 65 % r.F. · Auslegungspunkt 020406080100120 NUTZBARE KÜHLLEISTUNG [W/M²] 22232425262728 RAUMTEMPERATUR [°C] 106,8 W/m² 20,4 W/m²
interpanel · taupunktunabhängig, VL/RL 8/12 °C
klassische passive Kühldecke · taupunktabhängig
nutzbare Differenz
Konventionelle passive Kühldecken müssen bei steigender Raumtemperatur und hoher Luftfeuchte ihre Vorlauftemperatur hochfahren, damit kein Kondensat entsteht. Dadurch sinkt die Übertemperatur zur Oberfläche und die Kühlleistung bricht ein. interpanel hält über die MARC-Membran konstant 8/12 °C Vorlauf bei 26 °C Raum, taupunktunabhängig auch bei offenen Fenstern. Quelle: interpanel Leistungsdatentabelle TD_18, Webinar-Material 04/2026. Konv. Werte bei 65 % r.F. Raumluftfeuchte.

MARC, Membrane Assisted Radiant Cooling.

  1. 01

    Membran hält die Feuchte ab

    Eine dünne, dampfdichte Membran liegt vor der kalten Kühlfläche. Feuchte Raumluft erreicht die kalte Ebene nicht, dort kann kein Kondensat entstehen.

  2. 02

    Wärmestrahlung passiert

    Für Infrarot-Wärmestrahlung ist die Membran nahezu transparent. Raum- und Körperwärme strahlen ungehindert auf die dahinterliegende Kühlebene.

  3. 03

    Volle Kühlung, taupunktunabhängig

    Die Kühlfläche darf so kalt sein wie nötig, ohne Kondensatrisiko. Die Decke kühlt mit voller Leistung weiter, auch bei Hitze, Schwüle und offenem Fenster.

MARC steht für Membrane Assisted Radiant Cooling. Das Prinzip: Eine Polymermembran wird vor der gekühlten Oberfläche gespannt. Diese Membran hat drei physikalische Eigenschaften, die den Unterschied ausmachen:

MARC-Membran: Funktionsprinzip im Querschnitt Die kalte Kühlfläche liegt oben (8 bis 12 Grad). Darunter die MARC-Membran. Wärmestrahlung aus der warmen, feuchten Raumluft passiert die Membran nach oben und wird von der Kühlfläche aufgenommen. Wasserdampf steigt auf, wird aber an der Membran zurückgehalten, sodass kein Kondensat an der Kühlfläche entsteht. Kühlfläche · 8 bis 12 °C MARC-Membran Wärme ↑ Feuchte ✕ Warme, feuchte Raumluft · offenes Fenster
Die MARC-Membran ist durchlässig für Wärmestrahlung, aber dicht gegen Wasserdampf, wie eine Isolierglasscheibe. So kühlt das System taupunktunabhängig.

Eigenschaft 1

Hochtransparent für Infrarotstrahlung

Im Wellenlängenbereich von 1 bis 50 Mikrometer lässt die Membran Wärmestrahlung nahezu ungehindert passieren. Die Kühlwirkung bleibt erhalten.

Eigenschaft 2

Dampfdiffusionsdicht

Die Membran ist undurchlässig für Wasserdampf. Raumfeuchte kann die gekühlte Oberfläche nicht erreichen, sodass dort im bestimmungsgemäßen Betrieb kein Kondensat entsteht. Es findet keine Pufferung der Feuchte in der Decke statt.

Eigenschaft 3

Transluzent für Licht

Die Membran ist gleichzeitig optimal streuend für LED-Beleuchtung. So wird mit hoher Effizienz und idealer Gleichmäßigkeit eine hochwertige Lichtfläche realisiert, die ohne Farbverschiebung das natürliche Licht mit einem hohen Farbwiedergabeindex wiedergibt.

Das Ergebnis: Die Vorlauftemperatur kann im Extremfall bis auf 6 °C abgesenkt werden, unabhängig von der Raumluftfeuchte. Die Kühldecke arbeitet bei offenen Fenstern, bei Hochsommerhitze, bei hoher Belegungsdichte. Weil keine taupunktbedingte Abregelung erfolgt, bricht die nach DIN EN 14240 geprüfte Kühlleistung im Sommer nicht ein, anders als bei taupunktabhängigen Kühldeckensystemen, die vor der Erreichung der Taupunkttemperatur regeln oder abschalten müssen.

Die sichtbare Unterseite der Membran bleibt dabei raumwarm. Die Kühlung geschieht über Strahlungsaustausch, der Körper gibt Wärme an die hinter der Membran liegende Kühlebene ab, ohne direkten Luftkontakt. Zugfrei, geräuschlos, hygienisch.

„Die Membran wirkt wie eine Isolierglasscheibe, sie hält Feuchtigkeit ab, lässt aber Wärme durch."

Erfindung und Patent: Alexander Buff erfand MARC; die Technologie wurde über das Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) zum Patent gebracht und von interpanel zur Marktreife geführt. Das Verfahren ist mehrfach weltweit patentiert (u. a. EP 4 526 603, US 10 371 398). interpanel ist Spin-Off und exklusiver Lizenznehmer der Fraunhofer-Gesellschaft und damit derzeit einziger kommerzieller Anbieter dieser Technologie.

Klassische passive Kühldecke vs. interpanel.

ParameterKlassische passive Kühldeckeinterpanel
Kühlleistung Nennwert (DIN EN 14240, Panel-Fläche) ca. 72 W/m² (DIN EN 14240) Klimapanel rund 107 W/m², Klimaleuchte rund 184 W/m² (inkl. Abführung der LED-Abwärme, nicht direkt mit reiner Kühlleistung vergleichbar)
Kühlleistung im Sommerbetrieb (real, Panel-Fläche) real nutzbare Leistung kann in feuchten Sommerfällen durch Taupunktbegrenzung deutlich sinken (rechnerische Annahme) Klimapanel rund 107 W/m², Klimaleuchte rund 184 W/m²
Vorlauftemperatur 16 bis 18 °C (Taupunktgrenze) 8 bis 12 °C
Fensterlüftung Nicht kombinierbar Kombinierbar
Taupunktabschaltung Erforderlich Nicht erforderlich
Taupunktsensoren Erforderlich Nicht erforderlich
Deckenbelegung für Auslegungsleistung 80 bis 90 % 20 bis 35 %
Entfeuchtung nötig Ja, im feucht-warmen Auslegungsfall bis zu rund 60 % der entfeuchtungsbedingten Betriebskühlkosten (Ventilator-, Entfeuchtungs-, Wartungsaufwand; Maximalwert, Annahme; im Mittel geringer) Nein, bei hohen Feuchtelasten Lüftung/Entfeuchtung empfehlenswert
Wartung Filterwechsel, Hygieneinspektionen Keine planmäßige Wartung

Die Nennleistung klassischer passiver Systeme wird unter Laborbedingungen mit kontrollierter Luftfeuchte gemessen. Im realen Gebäudebetrieb mit variabler Feuchtelast ist diese Leistung nicht reproduzierbar. Bei interpanel erfolgt keine taupunktbedingte Abregelung, die Kühlleistung bricht im Sommer nicht ein. Kühlleistungen nach DIN EN 14240. Heizleistungen nach DIN EN 14037.

Was Taupunktunabhängigkeit für die Praxis bedeutet.

Taupunktunabhängigkeit ist keine theoretische Eigenschaft. Sie verändert die Planung, die Kosten und die Zuverlässigkeit der gesamten Kühlanlage:

Fensterlüftung wird möglich

Klassische passive Kühldecken erfordern eine mechanische Lüftungsanlage zur Entfeuchtung als Schutzfunktion der Kühlfläche, damit die Taupunkttemperatur nicht erreicht wird. interpanel arbeitet auch bei geöffneten Fenstern weiter, ohne taupunktbedingte Abschaltung der Kühlfläche. Das ist entscheidend für Bestandssanierungen, bei denen der Einbau einer Lüftungsanlage zur Entfeuchtung baulich oder wirtschaftlich nicht realisierbar ist.

Niedrige Vorlauftemperaturen steigern die Effizienz

Bei 8 bis 12 °C Vorlauftemperatur arbeiten Wärmepumpen und Kaltwassersätze mit deutlich höheren Leistungszahlen als bei 16 bis 18 °C. Je nach Projekt und Wärmequelle kann sich die erforderliche Kälteanlagengröße deutlich reduzieren, in günstigen Auslegungsfällen um bis zu 50 Prozent (Maximalwert, projektabhängig).

Rund 20 bis 35 % Deckenbelegung genügen

Aufgrund der hohen spezifischen Kühlleistung genügen je nach Kühllast rund 20 bis 35 % Deckenbelegung (Erfahrungswert, lastabhängig), sodass weniger Panels für denselben Raum reichen. Die restliche Deckenfläche steht für Sprinkler, Rauchmelder, Designelemente oder technische Installationen zur Verfügung.

Keine Taupunktregelung erforderlich

Kein Taupunktsensor, keine Abschaltlogik, keine Sicherheitsabschaltung. Die Regelung beschränkt sich auf eine einfache Vorlauftemperatursteuerung. Das reduziert Planungsaufwand, Installationskosten und Fehlerquellen.

Keine Sommerverluste durch Taupunktabregelung

Planer können mit dem nach DIN EN 14240 zertifizierten Wert rechnen, ohne Sicherheitsabschläge für sommerliche Feuchtebedingungen. Das vereinfacht die Kühllastberechnung und macht die Auslegung zuverlässig.

Praxisbeweis

ABW Architekten, Düsseldorf, Dachaufstockung in der Innenstadt

Rein mit Fensterlüftung, ohne RLT-Anlage. Bei über 40 °C Außentemperatur: maximal 26,5 °C im Büro.

Betriebskosten über 10 Jahre deutlich unter der konventionellen Vergleichsvariante

Alle Projekte →

Publikationen und Forschung.

Die MARC-Technologie ist wissenschaftlich dokumentiert und peer-reviewed publiziert:

2019

Membrane-assisted radiant cooling for expanding thermal comfort zones globally without air conditioning

Teitelbaum et al., Architectural Science Review. Autoren von Princeton University, University of British Columbia, UC Berkeley und interpanel.

2021

Kombination von natürlicher Lüftung und Flächenkühlung über Wärmestrahlung im Kontext von COVID-Anforderungen

Aviv et al., Studie zur Kompatibilität membranbasierter Kühlung über Wärmestrahlung mit erhöhten Luftwechselraten.

o. J.

Cooling without Air Conditioning

Untersuchung zur Erweiterung thermischer Komfortzonen durch membranbasierte Kühlung über Wärmestrahlung, ohne konventionelle Klimaanlagen.

2016

Fraunhofer IBP ForschungKompakt, Erstveröffentlichung der Membrantechnologie

Fraunhofer-Institut für Bauphysik, Dezember 2016.

Fraunhofer IBP Deutschland
Princeton University, School of Architecture USA
University of British Columbia Kanada
UC Berkeley, Center for the Built Environment USA
Norm Gegenstand
DIN EN 14240Kühlleistungsprüfung (unabhängig verifiziert)
DIN EN 14037Heizleistungsprüfung
DIN EN ISO 7730Thermischer Komfort
ISO 354Schallabsorption
DIN EN 13501Brandschutzklasse B1
VOC A+Emissionsprüfung

Häufig gestellte Fragen zur taupunktunabhängigen Kühldecke.

Was bedeutet „taupunktunabhängig" bei einer Kühldecke?
Taupunktunabhängig bedeutet, dass die Kühldecke unabhängig von der Luftfeuchtigkeit im Raum arbeiten kann. Sie muss nicht abschalten, wenn der Taupunkt erreicht wird, weil eine Spezialmembran die Kühloberfläche vor Kondensation schützt. Das System kühlt im bestimmungsgemäßen Betrieb durchgehend, auch bei geöffneten Fenstern und erhöhter Luftfeuchtigkeit, ohne taupunktbedingte Abschaltung. Auf der Kühlfläche entsteht dabei kein Kondensat, das gepuffert oder abgeführt werden müsste. Bei sehr hohen Feuchtelasten sind Lüftung oder Entfeuchtung empfehlenswert.
Warum schalten klassische passive Kühldecken im Sommerklima und bei offenen Fenstern ab?
Klassische passive Kühldecken sind taupunktabhängig. Sobald die Luftfeuchtigkeit steigt und die Kühloberfläche unter den Taupunkt fällt, bildet sich Kondensat. Um Schäden zu vermeiden, schalten Taupunktsensoren das System ab. Das geschieht typischerweise genau dann, wenn die Kühlung am meisten gebraucht wird: an heißen, schwülen Sommertagen.
Kann ich bei einer taupunktunabhängigen Kühldecke die Fenster öffnen?
Ja. Da interpanel keine Taupunktsensoren und keine Fensterkontakte benötigt, können Nutzer jederzeit die Fenster öffnen, ohne dass die Kühlung abschaltet. Das ist ein wesentlicher Komfort- und Akzeptanzvorteil gegenüber klassischen passiven Kühldecken.
Wie viel Deckenbelegung ist nötig?
interpanel benötigt nur 20 bis 35 Prozent der Deckenfläche für eine vollständige Raumkühlung. Klassische passive Kühldecken (vollflächig verlegt) benötigen 80 bis 90 Prozent. Das spart Kosten, reduziert Gewicht und lässt Raum für andere Installationen.
Ist die Technologie wissenschaftlich geprüft?
Ja. Die MARC-Technologie wurde von Alexander Buff erfunden, über das Fraunhofer-Institut für Bauphysik zum Patent gebracht (Exklusivlizenz interpanel) und von interpanel zur Marktreife geführt; sie ist mehrfach weltweit patentiert. Die interpanel-Gründer sind Co-Autoren der grundlegenden Peer-Review-Publikation (Architectural Science Review, 2019). Die Kühlleistung ist bei interpanel nach DIN EN 14240 unabhängig geprüft. In der Praxis ist die Technologie seit 2017 im Markt bewährt.
Funktioniert das System auch zum Heizen?
Ja. interpanel arbeitet im Sommer als Kühldecke und im Winter als Deckenheizung. Durch die niedrigen Vorlauftemperaturen (28 bis 40 °C für Heizung) ist das System ideal für den Betrieb mit Wärmepumpen.
Was kostet der Betrieb?
In einem Referenzprojekt mit R290-Wärmepumpe betrugen die Energiekosten im Spitzenmonat August nur 0,59 kWh/m², das entspricht ca. 5,29 Euro pro Monat für ein 30 m² Büro. Im feucht-warmen Auslegungsfall können die entfeuchtungsbedingten Betriebskühlkosten konventioneller Systeme (Entfeuchtungs-, Ventilator- und Wartungsaufwand) bis zu rund 60 Prozent ausmachen; da interpanel im bestimmungsgemäßen Betrieb keine Entfeuchtung benötigt, entfällt dieser Anteil weitgehend (Maximalwert, Annahme). Bei hohen Feuchtelasten sind Lüftung oder Entfeuchtung empfehlenswert.
Für welche Gebäude ist das System geeignet?
interpanel eignet sich für Bürogebäude, Konferenzräume, Bildungseinrichtungen, Hotels, Gesundheitseinrichtungen und Gewerbeflächen, sowohl im Neubau als auch in der Nachrüstung im Bestand.

Erfahren Sie, wie interpanel in Ihrem Projekt funktioniert.

interpanel stellt Planungsunterlagen, Leistungsdaten und Auslegungshilfen für Ihr Projekt bereit.