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Jahresarbeitszahl (JAZ)

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie viel Wärme eine Wärmepumpe über ein Jahr aus einer Einheit Strom erzeugt. Eine JAZ von 3,4 bedeutet, dass aus 1 kWh Strom 3,4 kWh Wärme werden. Sie ist eine zentrale Kennzahl für Effizienz und Betriebskosten einer Wärmepumpe und hängt vor allem von der nötigen Vorlauftemperatur ab.

COP, SCOP und JAZ

Der COP (Coefficient of Performance) beschreibt das Verhältnis von Wärme- zu Stromleistung in einem einzelnen Betriebspunkt unter Prüfbedingungen. Der SCOP rechnet das nach Norm auf eine typische Heizsaison um. Die Jahresarbeitszahl bezieht sich dagegen auf ein konkretes Gebäude und ein ganzes Jahr, gemessen im Betrieb oder vorab berechnet. Wichtig ist die Bilanzgrenze, also ob Heizstab, Pumpen und Speicher mitgerechnet werden. Zwei Jahresarbeitszahlen sind nur vergleichbar, wenn diese Grenze gleich gezogen ist.

Werte aus dem Bestand

Das Fraunhofer ISE hat im Projekt „WP-QS im Bestand“ 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern der Baujahre 1826 bis 2001 vier Jahre lang gemessen (Veröffentlichung 2025). Luft-Wasser-Wärmepumpen kamen im Mittel auf eine JAZ von 3,4, Erdreich-Wärmepumpen auf 4,3, die Spanne reichte von 2,6 bis 5,4. Im Vorgängerprojekt WPsmart lagen die Mittelwerte noch bei 3,1 und 4,1.

Warum die Vorlauftemperatur entscheidet

Eine Wärmepumpe hebt Wärme von der Quelle, etwa der Außenluft, auf die Temperatur des Heizwassers. Je kleiner dieser Hub, desto weniger Strom braucht sie. Das Fraunhofer ISE hielt 2020 fest, dass die Effizienz maßgeblich von der erforderlichen Heizkreistemperatur beeinflusst wird, vor allem an den Tagen knapp über null Grad, an denen am meisten geheizt wird. Flächensysteme wie die Deckenheizung und ausreichend große Heizkörper ermöglichen niedrige Vorlauftemperaturen. Wie sich das im Gebäude auswirkt, zeigt der Artikel Vorlauftemperatur und Wärmepumpe.

Quellen: Fraunhofer ISE, Projekt WP-QS im Bestand, Presseinformation 03.11.2025; Fraunhofer ISE, Projekt WPsmart im Bestand, Presseinformation 27.07.2020; BAFA, Technische FAQ BEG EM, Version 7.0 (06/2026), Nr. 8.18; Gebäudeforum klimaneutral (dena), Effizienzkennzahlen

Häufige Fragen zu Jahresarbeitszahl (JAZ)

Was ist der Unterschied zwischen COP und Jahresarbeitszahl?

Der COP ist ein Momentwert unter festgelegten Prüfbedingungen. Der SCOP rechnet ihn nach Norm auf eine Heizsaison hoch. Die Jahresarbeitszahl wird im echten Betrieb über ein ganzes Jahr gemessen oder für ein konkretes Gebäude berechnet und sagt deshalb mehr über den tatsächlichen Betrieb aus.

Welche Jahresarbeitszahl ist gut?

Im Feldtest des Fraunhofer ISE (2025) mit 77 Wärmepumpen in Bestandsgebäuden erreichten Luft-Wasser-Wärmepumpen im Mittel 3,4 und Erdreich-Wärmepumpen 4,3, die Spanne reichte von 2,6 bis 5,4. Werte in dieser Größenordnung sind also im Bestand erreichbar.

Verlangt die BEG eine bestimmte Jahresarbeitszahl?

Für die Förderung elektrischer Wärmepumpen ist eine Berechnung der Jahresarbeitszahl vorzulegen, bei Anwendbarkeit nach VDI 4650 Blatt 1 (BAFA, Technische FAQ, Stand 06/2026). Einen Mindestwert nennt diese FAQ nicht, maßgeblich sind die Technischen Mindestanforderungen der Richtlinie.

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