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Strahlungsasymmetrie

Die Strahlungsasymmetrie, genauer Strahlungstemperatur-Asymmetrie, ist der Unterschied der Strahlungstemperatur, die ein Mensch aus zwei entgegengesetzten Richtungen empfängt, etwa von der Decke und vom Boden. DIN EN ISO 7730 begrenzt sie, weil sie örtlich Unbehagen auslöst. In den Kategorien A und B liegt die Grenze für eine warme Decke bei 5 K, für eine kühle Decke bei 14 K.

Was gemessen wird

Betrachtet wird ein kleines, ebenes Flächenelement am Ort der Person. Für jede seiner beiden Seiten wird die Strahlungstemperatur des zugewandten Halbraums bestimmt; die Differenz ist die Strahlungsasymmetrie. Bei Decke und Boden liegt das Flächenelement waagerecht, bei Wänden und Fenstern senkrecht. Als Bezugspunkt gilt, soweit nichts anderes vereinbart ist, der Schwerpunkt einer sitzenden Person in 0,6 m Höhe. Messgrößen und Messverfahren regelt DIN EN ISO 7726.

Die Strahlungsasymmetrie ergänzt die operative Temperatur. Die operative Temperatur beschreibt das Wärmeempfinden des ganzen Körpers, die Asymmetrie zeigt, ob eine einzelne Fläche den Körper einseitig erwärmt oder abkühlt. Ein Raum kann im Mittel behaglich sein und trotzdem stören, wenn etwa eine große, kalte Glasfläche auf einer Seite liegt.

Grenzwerte nach DIN EN ISO 7730

Fläche Kategorie A und B Kategorie C
Warme Deckeunter 5 Kunter 7 K
Kühle Wandunter 10 Kunter 13 K
Kühle Deckeunter 14 Kunter 18 K
Warme Wandunter 23 Kunter 35 K

Am empfindlichsten reagieren Menschen auf eine warme Decke, am wenigsten auf eine warme Wand. Für eine kühle Decke lässt die Norm fast dreimal so viel Asymmetrie zu wie für eine warme.

Bedeutung für Deckenkühlung und Deckenheizung

Der große Spielraum von 14 K erklärt, warum Deckenkühlung als angenehm empfunden wird. Die kühle Fläche über dem Kopf nimmt Wärmestrahlung auf, und es entsteht keine Zugluft. Für die Deckenheizung gilt die engere Grenze von 5 K. Sie wird deshalb mit mäßig warmen Oberflächen und niedrigen Vorlauftemperaturen geplant.

Auch Fenster und Glasfassaden spielen hinein. Im Winter wirkt eine kalte Glasfläche als kühle Wand mit der Grenze von 10 K, im Sommer eine sonnenbeschienene Fassade als warme Wand. In der Nachhaltigkeitsbewertung nach DGNB (Kriterium SOC1.1, Neubau, Version 2023) ist die Strahlungstemperatur-Asymmetrie neben operativer Temperatur, Zugluft und relativer Luftfeuchte eine der Größen, über die der thermische Komfort bewertet wird.

Stand: 27. September 2026

Quellen: DIN EN ISO 7730:2006, Grenzwerte in der Wiedergabe von Krantz, Technischer Bericht 69; DIN EN ISO 7726; DGNB-Kriterium SOC1.1, Neubau, Version 2023

Häufige Fragen zu Strahlungsasymmetrie

Wie groß darf die Strahlungsasymmetrie sein?

Nach DIN EN ISO 7730 gilt in den Kategorien A und B: warme Decke unter 5 K, kühle Wand unter 10 K, kühle Decke unter 14 K, warme Wand unter 23 K. In Kategorie C liegen die Grenzen bei 7, 13, 18 und 35 K.

Warum wird eine kühle Decke besser vertragen als eine warme?

Die Grenzwerte der Norm beruhen auf Versuchen, in denen Menschen auf eine warme Decke und eine kühle Wand deutlich empfindlicher reagierten als auf eine kühle Decke oder eine warme Wand. Deshalb erlaubt DIN EN ISO 7730 bei einer kühlen Decke fast die dreifache Asymmetrie wie bei einer warmen.

Ist eine Deckenheizung wegen der Strahlungsasymmetrie unbehaglich?

Nicht, wenn sie richtig ausgelegt ist. Die enge Grenze von 5 K für warme Decken bedeutet, dass eine Deckenheizung mit mäßig warmen Oberflächen und niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten sollte. Genau das passt zum Betrieb mit einer Wärmepumpe.

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