Lexikon
UGR
UGR (Unified Glare Rating) ist das einheitliche Bewertungsmaß für die psychologische Blendung durch eine Beleuchtungsanlage. Der Wert hängt von Leuchtdichte, Raumgeometrie und Betrachtungsrichtung ab. Für Bildschirmarbeitsplätze fordert DIN EN 12464-1 UGR ≤ 19.
Was der UGR bewertet
Der UGR fasst die Blendwirkung aller Leuchten im Blickfeld zu einem Index zusammen. In die Berechnung gehen die Leuchtdichte der Leuchten, die Hintergrundleuchtdichte sowie die Position der Leuchten relativ zur Blickrichtung ein. Die Skala reicht typischerweise von 10 (keine Blendung) bis 30 (starke Blendung).
Bedeutung für die Lichtplanung
Ein niedriger UGR ist Voraussetzung für ermüdungsfreies Arbeiten am Bildschirm. Großflächige, entblendete Deckenleuchten erreichen niedrige UGR-Werte, weil sie den Lichtstrom über eine große Fläche mit geringer Leuchtdichte abgeben. In integrierten Deckensystemen lässt sich blendarme Beleuchtung mit Kühlung und Akustik in einem Element verbinden. Die Klimaleuchte und die Akustikleuchte von interpanel sind als großflächige, entblendete Deckenelemente ausgeführt und erreichen UGR ≤ 19.
Leuchtdichte als physikalische Kenngröße
Entscheidend für die Blendung ist die Leuchtdichte der lichtaustretenden Fläche, gemessen in Candela pro Quadratmeter (cd/m²). Eine kleine, sehr helle Lichtquelle erzeugt eine hohe Leuchtdichte und damit einen hohen UGR, eine großflächige Leuchte verteilt denselben Lichtstrom auf eine größere Fläche und senkt die Leuchtdichte entsprechend. Genau hierauf beruht der Vorteil flächiger Deckensysteme gegenüber punktförmigen Einbauleuchten. Die DIN EN 12464-1 verknüpft die UGR-Grenzwerte daher mit der jeweiligen Sehaufgabe, von UGR ≤ 16 für sehr anspruchsvolle Tätigkeiten wie technisches Zeichnen bis UGR ≤ 25 für untergeordnete Bereiche.
Tabellenverfahren und Beobachterstandpunkt
In der Praxis wird der UGR meist über das tabellarische Verfahren nach CIE 117 ermittelt: Hersteller weisen für ihre Leuchten Werte in Abhängigkeit von Raumabmessungen, Reflexionsgraden und Blickrichtung aus. Maßgeblich ist stets der ungünstigste Beobachterstandpunkt im Raum, da die Blendung mit dem Winkel zwischen Blicklinie und Leuchte stark variiert. Der UGR bewertet ausschließlich die psychologische Blendung, also die als störend empfundene Helligkeit, und nicht die physiologische Blendung, die das Sehvermögen unmittelbar herabsetzt. Für eine belastbare Planung sollten daher die angegebenen UGR-Tabellenwerte zur konkreten Raumsituation passen und nicht nur ein einzelner Bestwert herangezogen werden. Ergänzend regelt die DIN EN 12464-1 die maßgeblichen Grenzwerte je nach Sehaufgabe.
FAQ
Häufige Fragen zum UGR
Welcher UGR-Wert gilt für Büroarbeitsplätze?
Für Bildschirm- und Büroarbeitsplätze fordert DIN EN 12464-1 UGR ≤ 19. Je niedriger der Wert, desto geringer die empfundene Blendung. Bei anspruchsvollen Sehaufgaben werden teils noch niedrigere Werte angesetzt.
Wie lässt sich ein niedriger UGR erreichen?
Durch flächige, entblendete Leuchten mit niedriger Leuchtdichte statt punktförmiger heller Lichtquellen. Großflächige Deckenleuchten verteilen den Lichtstrom und senken so die Blendung am Arbeitsplatz.
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