Kurz gesagt: Leistung entsteht erst, wenn die Hydraulik stimmt. Vorlauf- und Rücklauftemperatur, ihre Differenz (Spreizung) und der daraus folgende Massenstrom bestimmen, wie viel Kälte an der Decke ankommt. Ein gut ausgelegtes 6 °C-Kaltwassernetz kann bei integrierten Systemen drei getrennte Netze ersetzen.
Die vier Größen der Hydraulik
Vier Größen hängen zusammen und bestimmen die Auslegung:
- Vorlauftemperatur: bestimmt zusammen mit dem Taupunkt die erreichbare Leistung.
- Rücklauftemperatur: ergibt sich aus der aufgenommenen Wärme.
- Spreizung: die Differenz aus beiden, ein Hebel für den Volumenstrom.
- Massenstrom: Leistung geteilt durch (Spreizung mal Wärmekapazität); je größer die Spreizung, desto kleiner der nötige Volumenstrom.
Der Druckverlust im Netz folgt aus Massenstrom, Rohrführung und Anschlüssen und bestimmt die Pumpenleistung.
Spreizung als Stellschraube
Wer die Spreizung erhöht, kommt mit weniger Volumenstrom aus. Das verkleinert Pumpen, Leitungsquerschnitte und Druckverluste und senkt den Hilfsenergiebedarf. Die Spreizung lässt sich aber nicht beliebig vergrößern: Mit steigendem Rücklauf sinkt die mittlere Oberflächentemperatur-Differenz und damit die flächenbezogene Leistung. Auslegung heißt, das passende Gleichgewicht zu finden.
Ein Netz statt drei
Der größte hydraulische Vorteil integrierter Systeme liegt im Netzaufbau. interpanel arbeitet mit einem einzigen Kaltwassernetz von rund 6 °C: Es kühlt, heizt über Umschaltung und kann eine Entfeuchtung im Niedertemperaturkreislauf einbinden (Vorlauf etwa +6 °C). Konventionelle Lösungen verlangen häufig bis zu drei getrennte Netze für Kaltwasser, Warmwasser und Kühldeckenkreislauf.
Das System ist sauerstoffdicht ausgeführt, Korrosion ist damit ausgeschlossen, ein wichtiger Punkt für die Lebensdauer des Netzes.
Druckverluste planbar halten
In der Praxis weichen reale Druckverluste oft von Herstellerannahmen ab, besonders bei fein verzweigten, bauseits verlegten Systemen. Vorgefertigte Elemente mit Steckverbindern und je einem Anschluss pro Gruppe liefern reproduzierbare Werte und reduzieren die Unsicherheit in der Auslegung. Das vereinfacht den hydraulischen Abgleich und macht die Leistung im Betrieb vorhersehbar.
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Grundlagen und Quellen
Fachliche Grundlagen: hydraulische Auslegung (Vorlauf, Rücklauf, Spreizung, Massenstrom, Druckverlust); DIN EN 14240 (Kühlleistung von Kühldecken); zum Druckverlust von Kapillarrohrsystemen vgl. Fachliteratur. Netzaufbau (ein 6 °C Kaltwassernetz), Sauerstoffdichtheit und Korrosionsfreiheit aus dem interpanel-Systemvergleich. Maßgeblich ist die jeweils gültige Normfassung.