Lexikon
Spezifische Kühlleistung
Die spezifische Kühlleistung ist die Kühlleistung je Quadratmeter aktiver Fläche, angegeben in W/m². Sie hängt von der Vorlauftemperatur und der Temperaturdifferenz zur Raumluft ab und dient als Vergleichswert für Kühldecken und Kühlsegel.
Einflussgrößen
Maßgeblich ist die Temperaturdifferenz zwischen Kühloberfläche und Raum. Bei geschlossenen Kühldecken entsteht der überwiegende Teil der Leistung durch Strahlungsaustausch, der Rest durch natürliche Konvektion. Da konventionelle Systeme die Vorlauftemperatur über dem Taupunkt halten müssen, bleibt die nutzbare Differenz klein. Systeme, die ohne taupunktbedingte Abregelung bei zulässigen Betriebsbedingungen arbeiten, dürfen die Oberfläche stärker abkühlen und am Betriebspunkt 8 °C Vorlauf und 12 °C Rücklauf arbeiten. interpanel hält diese niedrige Vorlauftemperatur über die MARC-Membran (Membrane Assisted Radiant Cooling) und kühlt taupunktunabhängig auch bei hoher Luftfeuchte und offenen Fenstern durchgehend, ohne die im feuchten Sommer übliche Abregelung. Die Kühlleistung lässt sich pro Modul angeben: am Betriebspunkt 8/12 °C rund 203 W je Klimapanel und 349 W je Klimaleuchte (Klimaleuchte inkl. LED-Abwärme), bei abgesenktem Vorlauf 6/8 °C bis zu 245 bzw. 391 W.
Vergleichswerte richtig lesen
Ein fairer Vergleich bezieht die spezifische Kühlleistung auf den Realbetrieb, nicht auf den Prüfstand. Konventionelle geschlossene Kühldecken erreichen nominal rund 72 W/m² (DIN EN 14240, ΔT 8 K), im Sommerbetrieb mit taupunktbedingter Abregelung kann die reale Leistung deutlich unter den Nennwert fallen. Die spezifische Kühlleistung ist damit der zentrale Kennwert, um die reale Leistungsfähigkeit zweier Systeme zu beurteilen.
Damit zwei Datenblätter überhaupt vergleichbar sind, müssen die Prüfbedingungen übereinstimmen. Die spezifische Kühlleistung steigt mit der Temperaturdifferenz zwischen Kühlfläche und Raum, deshalb gibt jede seriöse Angabe die zugrunde gelegte Differenz an. Nach DIN EN 14240 wird üblicherweise eine mittlere Temperaturdifferenz von 8 Kelvin und eine Raumtemperatur von 26 °C verwendet. Achten Sie beim Vergleich darauf, dass beide Systeme auf dieselbe Differenz und dieselbe Raumtemperatur bezogen sind, sonst vergleichen Sie Werte, die nicht zusammenpassen.
Das physikalische Maximum über Strahlung
Wie viel Leistung eine Fläche über Strahlungsaustausch aufnehmen kann, begrenzt die Physik: Aus dem Stefan-Boltzmann-Gesetz folgt bei Raumtemperatur ein Strahlungsaustauschkoeffizient von rund 5 bis 6 W/(m²·K). Bei 8 Kelvin Differenz zwischen Raumumgebung und Kühloberfläche kann eine Decke über Strahlung allein also höchstens rund 45 W/m² aufnehmen, unabhängig vom Fabrikat. Da sich die Norm-Differenz nach DIN EN 14240 zudem auf die mittlere Wassertemperatur bezieht und die Oberfläche darüber liegt, fällt das Strahlungsmaximum real noch niedriger aus. Deutlich höhere Nennwerte bei gleicher Differenz entstehen nicht über zusätzliche Strahlung, sondern über Konvektionsanteile oder über die Bezugsfläche, etwa bei beidseitig aktiven Segeln, die auch über die Oberseite strahlen und konvektieren. Wer Systeme vergleicht, sollte deshalb neben dem Zahlenwert nach dem Wirkprinzip fragen: Welcher Anteil der Leistung wird über Strahlung aufgenommen, welcher über bewegte Luft?
interpanel nimmt die Wärme überwiegend über Strahlungsabsorption auf; bei der Klimaleuchte kommt die direkt abgeführte LED-Abwärme hinzu. Möglich macht das die größere nutzbare Temperaturdifferenz: Weil die MARC-Membran die Kühlfläche von der feuchten Raumluft trennt, arbeitet das System am Betriebspunkt 8/12 °C, eine Differenz, die konventionellen Systemen der Taupunkt verwehrt. So kühlt interpanel taupunktunabhängig auch bei hoher Luftfeuchte und offenen Fenstern durchgehend, ohne die im feuchten Sommer übliche Abregelung. Hinzu kommt: Ein einzelner W/m²-Wert beschreibt einen stationären Prüfzustand, reale Kühllasten sind hochgradig instationär (siehe dynamische Kühllast). Aussagekräftiger als der Spitzenwert eines Datenblatts ist die Leistung, die ein System im Tagesverlauf bei realer Feuchte ohne Abregelung bereitstellt.
Stand: 1. Juni 2026
FAQ
Häufige Fragen zur spezifischen Kühlleistung
Wovon hängt die spezifische Kühlleistung ab?
Von der Temperaturdifferenz zwischen Kühlfläche und Raum sowie vom Anteil aus Strahlung und Konvektion. Je niedriger die Vorlauftemperatur sein darf, desto höher die spezifische Kühlleistung. Der Taupunkt begrenzt diese Differenz bei konventionellen Systemen.
Warum unterscheiden sich Datenblattwert und Realwert?
Datenblattwerte gelten für definierte Prüfbedingungen nach DIN EN 14240. Im sommerlichen Realbetrieb müssen Systeme mit taupunktbedingter Abregelung die Vorlauftemperatur anheben, wodurch die reale Leistung deutlich unter den Nennwert fallen kann.
Warum werben manche Systeme mit deutlich höheren W/m²-Werten?
Über Strahlung allein kann eine Deckenfläche bei 8 Kelvin Temperaturdifferenz physikalisch höchstens rund 45 W/m² aufnehmen (Stefan-Boltzmann-Gesetz). Höhere Nennwerte entstehen über Konvektionsanteile, beidseitig aktive Segel oder eine andere Bezugsfläche; bei aktiv beleuchteten Segeln kann zudem direkt abgeführte LED-Abwärme hinzukommen. Weil sich die Leistungskurven unterscheiden, ist ein reiner W/m²-Vergleich wenig aussagekräftig. Entscheidend ist daher, unter welchen Bedingungen ein Wert gemessen wurde und welche Leistung im feuchten Sommerbetrieb ohne Abregelung verfügbar bleibt.
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