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DIN 4108-2

DIN 4108-2 ist die Norm zum Mindestwärmeschutz und sommerlichen Wärmeschutz von Gebäuden. Sie definiert den Nachweis gegen sommerliche Überhitzung, der über das Gebäudeenergiegesetz (GEG) gefordert wird, und benennt die zulässigen Übertemperaturgradstunden.

Nachweisverfahren

Der Nachweis erfolgt entweder vereinfacht über Sonneneintragskennwerte oder über eine thermische Gebäudesimulation, die die Übertemperaturgradstunden ermittelt. Reichen Verschattung, Speichermasse und Lüftung nicht aus, wird aktive Kühlung erforderlich, um die Komfortgrenzen einzuhalten.

Klimaregionen und operative Temperatur

Welche Übertemperaturgradstunden zulässig sind, hängt von der Sommerklimaregion ab. DIN 4108-2 teilt Deutschland in drei Bezugsregionen (A, B und C), für die jeweils unterschiedliche Anforderungswerte gelten. Maßgeblich ist dabei die operative Raumtemperatur, also das Mittel aus Lufttemperatur und mittlerer Strahlungstemperatur der Umschließungsflächen (DIN EN ISO 7730). Allein die Lufttemperatur zu betrachten greift zu kurz, weil warme Decken- und Wandflächen die empfundene Temperatur spürbar anheben.

Was die Norm nicht ersetzt

DIN 4108-2 ist ein Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes, keine vollständige Auslegung der Kälteanlage. Sie zeigt, ob ein Gebäude baulich gegen Überhitzung abgesichert ist. Für die Dimensionierung von Kühldecken, Kälteerzeuger und Hydraulik bleibt die Kühllastberechnung nach VDI 2078 oder eine projektspezifische Simulation erforderlich.

Einordnung im Bestand

Bei Sanierungen ist die Norm besonders wichtig, weil große Glasflächen, geringe Speichermasse oder fehlende außenliegende Verschattung die sommerliche Überhitzung treiben. Aktive Kühlung löst den Wärmeschutz nicht allein, sie ergänzt ihn dort, wo bauliche Maßnahmen und Nachtlüftung die Übertemperaturgrenzen nicht sicher einhalten. Wird aktive Kühlung erforderlich, wirken strahlungsbasierte Übergabesysteme wie die interpanel Deckensegel direkt auf die mittlere Strahlungstemperatur und damit auf die operative Temperatur, die der Nachweis beurteilt.

Häufige Fragen zu DIN 4108-2

Was regelt DIN 4108-2?

Den Mindestwärmeschutz und den sommerlichen Wärmeschutz von Gebäuden. Für den Sommerfall definiert die Norm den Nachweis gegen Überhitzung über Sonneneintragskennwerte oder eine thermische Simulation mit zulässigen Übertemperaturgradstunden.

In welchem Verhältnis steht DIN 4108-2 zum GEG?

Das Gebäudeenergiegesetz fordert den sommerlichen Wärmeschutz; DIN 4108-2 liefert das technische Nachweisverfahren. Relevant ist das bei Neubauten sowie bei Erweiterung oder Ausbau bestehender Gebäude, wenn die hinzukommende zusammenhängende Nutzfläche größer als 50 m² ist.

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