Lexikon
Feuchtkugeltemperatur
Feuchtkugeltemperatur (auch Kühlgrenztemperatur, englisch wet-bulb temperature) ist die tiefste Temperatur, die sich allein durch Verdunstung von Wasser erreichen lässt. Gemessen wird sie an einem befeuchteten, umströmten Thermometer. Bei trockener Luft liegt sie deutlich unter der Lufttemperatur, bei 100 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit ist sie mit ihr gleich. Sie liegt immer zwischen Taupunkt und Lufttemperatur.
Physikalische Grundlage
Verdunstendes Wasser entzieht seiner Umgebung Wärme. An einem feuchten, umströmten Thermometer stellt sich dadurch ein Gleichgewicht ein, die Feuchtkugeltemperatur. Wie tief sie liegt, hängt von der Luftfeuchte ab: Ist die Luft trocken, verdunstet viel Wasser, und die Feuchtkugeltemperatur liegt weit unter der Lufttemperatur. Ist die Luft nahezu gesättigt, verdunstet kaum noch etwas, und beide Werte nähern sich an.
Bedeutung für den Menschen
Der Körper gibt bei Hitze seine Wärme vor allem über verdunstenden Schweiß ab. Die Feuchtkugeltemperatur ist die tiefste Temperatur, auf die sich die Haut auf diesem Weg abkühlen lässt. Nähert sie sich der Hauttemperatur von rund 35 Grad, versagt die Kühlung. Als theoretische Überlebensgrenze gelten rund 35 Grad Feuchtkugeltemperatur (Sherwood und Huber 2010), die reale Grenze liegt für viele Menschen niedriger. Mehr dazu im Artikel Feuchtkugeltemperatur: Wie viel Hitze hält der Mensch aus?
Feuchtkugeltemperatur und Taupunkt
Beide Größen beschreiben den Feuchtezustand der Luft, meinen aber nicht dasselbe. Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der die Luft gesättigt ist und Wasser kondensiert. Die Feuchtkugeltemperatur liegt darüber, aber unter der Lufttemperatur. Die Reihenfolge ist immer: Taupunkt, dann Feuchtkugeltemperatur, dann Lufttemperatur.
Bedeutung in der Gebäudetechnik
Als Kühlgrenztemperatur ist die Feuchtkugeltemperatur die physikalische Grenze jeder Verdunstungskühlung, etwa bei Kühltürmen oder adiabater Kühlung. Für das Temperaturempfinden im Raum ist sie dagegen nicht der maßgebliche Wert. Drinnen entscheidet die operative Temperatur aus Luft- und Strahlungstemperatur, wie warm oder kühl sich ein Raum anfühlt.
Stand: 3. Juli 2026
FAQ
Häufige Fragen zur Feuchtkugeltemperatur
Was ist die Feuchtkugeltemperatur einfach erklärt?
Die Feuchtkugeltemperatur ist die tiefste Temperatur, die sich allein durch Verdunstung von Wasser erreichen lässt. Je trockener die Luft, desto tiefer liegt sie unter der Lufttemperatur. Bei 100 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit sind Feuchtkugel- und Lufttemperatur gleich. In der Gebäudetechnik heißt der Wert auch Kühlgrenztemperatur, englisch wet-bulb temperature.
Was ist der Unterschied zwischen Feuchtkugeltemperatur und Taupunkt?
Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der die Luft gesättigt ist und Wasser kondensiert. Die Feuchtkugeltemperatur ist die tiefste durch Verdunstung erreichbare Temperatur. Sie liegt immer zwischen Taupunkt und Lufttemperatur.
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