Eine Kühldecke belegt typisch 20 bis 35 % der Deckenfläche, wenn sie taupunktunabhängig arbeitet, gegenüber 80 bis 90 % bei einem konventionellen geschlossenen System. Die nötige Fläche errechnen Sie, indem Sie die Kühllast des Raums durch die spezifische Leistung des Panels teilen. Je höher die Flächenleistung, desto weniger Decke müssen Sie belegen, und desto mehr Raum bleibt für Licht, Akustik und Architektur.
So berechnen Sie die nötige Deckenbelegung
Sie teilen die Kühllast des Raums durch die spezifische Kühlleistung des Panels, das ergibt die nötige Panel-Fläche. Nehmen Sie einen Büroraum mit 50 W/m² Kühllast, also der Wärme aus Personen, Geräten und Sonneneintrag pro Quadratmeter Grundfläche. Ein konventionelles System, das nominal rund 72 W/m² aktiver Fläche liefert, braucht dann etwa 69 % der Decke, sodass für Licht, Akustik oder Installationen kaum noch Fläche bleibt.
Mit interpanel sieht dieselbe Rechnung anders aus, weil die Flächenleistung höher liegt. Bei 50 W/m² Last und 107 W/m² aktiver Panel-Fläche ergeben 50 geteilt durch 107 rund 47 % Belegung, mit der leistungsstärkeren Klimaleuchte und 184 W/m² sind es 50 geteilt durch 184, also rund 27 %. Die 47 % sind der konservative Klimapanel-Fall bei hoher Last, bei moderateren Lasten oder mit der Klimaleuchte landet die Belegung in der typischen Spanne von 20 bis 35 %. Achten Sie dabei auf die Bezugsgröße, denn die W/m² gelten für die aktive Panel-Fläche, nicht für die Raumgrundfläche. Wird sie versehentlich auf die Raumgrundfläche bezogen, fällt die Fläche rechnerisch zu klein aus und der Raum wird im Sommer nicht kühl genug.
Warum interpanel weniger Fläche braucht
Der Unterschied liegt in der nutzbaren Untertemperatur. Eine konventionelle passive Kühldecke muss ihre Vorlauftemperatur im feuchten Sommer gegen den Taupunkt anheben, sonst bildet sich Kondensat. Von den nominal 72 W/m² bleibt dann oft nur ein Bruchteil, weshalb die Decke fast vollflächig belegt sein muss, um die Last überhaupt zu tragen.
interpanel umschließt das Kühlregister mit einer infrarotdurchlässigen Membran, die die feuchte Raumluft von der kalten Fläche trennt. Daher kann das System im gemäßigten Klima bei rund 7 °C mittlerer Paneeltemperatur arbeiten, ohne taupunktbedingt abzuregeln, auch bei zeitweise geöffnetem Fenster, da die infrarotdurchlässige Membran die kalte Fläche von der Raumluft trennt. Der maßgebliche Leistungswert von 107 W/m² beim Klimapanel und 184 W/m² bei der Klimaleuchte ist nach DIN EN 14240 bei 8 K Untertemperatur und 26 °C Raum geprüft. Auch bei niedrigeren Raumtemperaturen von 21 bis 22 °C arbeitet das System ohne taupunktbedingtes Abregeln weiter. Weil jeder belegte Quadratmeter so viel Last trägt, sinkt die nötige Fläche auf rund ein Viertel bis die Hälfte dessen, was ein konventionelles System bräuchte. Die Begriffe dahinter klären die Lexikoneinträge aktive Deckenfläche und spezifische Kühlleistung.
Was die freie Decke für Architektur und Komfort bedeutet
Bei 27 bis 47 % Belegung bleibt mehr als die halbe Decke frei. Diese Fläche steht für Beleuchtung, Akustiksegel, Lüftungsauslässe, Sprinkler und Installationen zur Verfügung, oder für eine sichtbare Betondecke, die als Gestaltungselement bewusst offen bleibt. Bei der Klimaleuchte fällt diese Abwägung leichter, weil sie Kühlung und Licht in einem Element verbindet und damit zwei Gewerke auf derselben Fläche bündelt. Das Prinzip vertieft der Eintrag zur Flächenkühlung.
Die geringe Belegung verbessert den Komfort sogar. Weil die Kühlung über Strahlungsabsorption statt über bewegte Luft wirkt, bleibt es zugfrei und leise, und es wird kaum Staub aufgewirbelt, was in dicht belegten Büros zählt. Die operative Temperatur, näherungsweise der Mittelwert aus Luft- und Strahlungstemperatur (DIN EN ISO 7730), sinkt schon durch die kühle Fläche. So fühlen sich 26 °C Raumluft je nach Auslegung an wie 24 bis 25 °C, ohne dass ein einziger Ventilator läuft.
250 Quadratmeter Dachaufstockung mit wenig Belegung
In einer Dachaufstockung in Düsseldorf (ABW Architekten, 250 m², ausschließlich Fensterlüftung) tragen 20 Klimaleuchten die gesamte thermische Last. Das Betriebsmonitoring über 28 Monate zeigt rund 27 W/m² Kühlleistung im Mittel, das Gebäude blieb im Hitzesommer unter 26,5 °C, während außen über 40 °C herrschten. Die übrige Decke blieb für Architektur und Licht frei. Den Projektbericht finden Sie unter ABW Architekten.
Ein vergleichbares Bild zeigt der KfW-40-Neubau von Team Funke (Funke Klimatechnik, Dötlingen). Bei nur 23 % Deckenbelegung blieb die Raumtemperatur im Hochsommer stabil bei 23 °C, die Kühlkosten lagen im Spitzenmonat bei 5,29 Euro für 30 m² Büro. Auch hier bestätigt sich die Rechnung, nach der bereits rund ein Viertel der Decke die Last trägt und die restliche Fläche der Planung frei zur Verfügung steht.
Grundlagen und Quellen
Kühlleistung geprüft nach DIN EN 14240 (Untertemperatur 8 K, Raum 26 °C); thermische Behaglichkeit und operative Temperatur nach DIN EN ISO 7730. Die Belegungswerte folgen aus der Division von spezifischer Kühllast durch spezifische Kühlleistung; alle W/m² beziehen sich auf die aktive Panel-Fläche, nicht auf die Raumgrundfläche. Die genannten Belegungs- und Leistungswerte stammen aus dem Betriebsmonitoring der angeführten Projekte. Maßgeblich ist die jeweils gültige Normfassung.