Eine Kühldecke belegt typisch 20 bis 35 % der Deckenfläche, wenn sie taupunktunabhängig arbeitet, gegenüber 80 bis 90 % bei einem konventionellen geschlossenen System. Die nötige Panelfläche errechnen Sie, indem Sie die Raumkühllast in Watt durch die spezifische Kühlleistung des Panels in W/m² Panelfläche teilen. Je höher die Flächenleistung, desto weniger Decke müssen Sie belegen, und desto mehr Raum bleibt für Licht, Akustik und Architektur.

So berechnen Sie die nötige Deckenbelegung

Die Rechnung hat zwei Schritte. Nehmen Sie einen Büroraum mit einer flächenbezogenen Kühllast von 50 W/m² Grundfläche, also der Wärme aus Personen, Geräten und Sonneneintrag je Quadratmeter Boden. Mit der Grundfläche multipliziert ergibt das die Raumkühllast in Watt, bei 20 m² zum Beispiel 1.000 W. Diese Raumkühllast teilen Sie durch die spezifische Kühlleistung des Panels in W/m² Panelfläche und erhalten die nötige Panelfläche in m². Eine konventionelle geschlossene Kühldecke muss bei dieser Last einen großen Teil der Decke belegen, sodass für Licht, Akustik oder Installationen kaum Fläche bleibt. Im feuchten Sommer regelt sie zudem zum Kondensationsschutz ab, von nominal rund 72 W/m² nach DIN EN 14240 auf 0 bis 20 W/m², und die ohnehin knappe Reserve schrumpft weiter.

Mit interpanel fällt dieselbe Rechnung anders aus, weil jedes Panel eine hohe spezifische Leistung erreicht und sie im bestimmungsgemäßen Betrieb auch bei hoher Luftfeuchte ohne taupunktbedingtes Abregeln hält. So genügt typisch eine Deckenbelegung von 20 bis 35 %, je nach Kühllast und gewähltem Panel. Achten Sie auf die Bezugsgröße: Die spezifische Kühlleistung in W/m² gilt für die aktive Panel-Fläche, nicht für die Raumgrundfläche. Wer sie versehentlich mit der Raumgrundfläche multipliziert, überschätzt die verfügbare Leistung und plant zu wenig Panelfläche ein. Der Raum wird dann im Sommer nicht kühl genug.

Warum interpanel weniger Fläche braucht

Der Unterschied liegt in der nutzbaren Untertemperatur. Eine konventionelle passive Kühldecke muss ihre Vorlauftemperatur im feuchten Sommer gegen den Taupunkt anheben, sonst bildet sich Kondensat. Von den nominal 72 W/m² bleibt dann oft nur ein Bruchteil, weshalb die Decke fast vollflächig belegt sein muss, um die Last überhaupt zu tragen.

interpanel umschließt das Kühlregister mit einer infrarotdurchlässigen Membran, die die feuchte Raumluft von der kalten Fläche trennt. Deshalb kann das System im gemäßigten Klima im bestimmungsgemäßen Betrieb bei rund 7 °C mittlerer Paneltemperatur arbeiten, ohne taupunktbedingt abzuregeln, auch bei zeitweise geöffnetem Fenster. Die Kühlung bleibt so im feuchten Sommer erhalten, statt zum Kondensationsschutz zurückzufahren, und das auch bei niedrigeren Raumtemperaturen von 21 bis 22 °C. Jedes Panel bringt dabei eine hohe Leistung, bis zu 245 W beim Klimapanel und 391 W bei der Klimaleuchte inklusive der direkt abgeführten LED-Abwärme. Für Personen, Geräte und Sonneneintrag steht bei der Klimaleuchte entsprechend dieser Wert abzüglich der LED-Abwärme zur Verfügung. Für dieselbe Raumkühllast genügt deshalb deutlich weniger Panelfläche, und mehr Decke bleibt frei. Die Begriffe dahinter klären die Lexikoneinträge aktive Deckenfläche und spezifische Kühlleistung.

Was die freie Decke für Architektur und Komfort bedeutet

Bei rund 20 bis 35 % Belegung bleibt mehr als die halbe Decke frei. Diese Fläche steht für Beleuchtung, Akustiksegel, Lüftungsauslässe, Sprinkler und Installationen zur Verfügung, oder für eine sichtbare Betondecke, die als Gestaltungselement bewusst offen bleibt. Bei der Klimaleuchte fällt diese Abwägung leichter, weil sie Kühlung und Licht in einem Element verbindet und damit zwei Gewerke auf derselben Fläche bündelt. Das Prinzip vertieft der Eintrag zur Flächenkühlung.

Die geringe Belegung geht nicht zulasten des Komforts. Weil die Kühlung über Wärmestrahlung statt über bewegte Luft wirkt, bleibt es zugfrei und leise, und es wird kaum Staub aufgewirbelt, was in dicht belegten Büros zählt. Die operative Temperatur, näherungsweise der Mittelwert aus Lufttemperatur und mittlerer Strahlungstemperatur (DIN EN ISO 7730), sinkt bereits durch die kühle Fläche. So fühlen sich 26 °C Raumluft je nach Auslegung an wie 24 bis 25 °C, ohne dass ein einziger Ventilator läuft.

250 Quadratmeter Dachaufstockung mit wenig Belegung

In einer Dachaufstockung in Düsseldorf (ABW Architekten, 250 m², ausschließlich Fensterlüftung) tragen 20 Klimaleuchten und Klimapanels die gesamte thermische Last. Das Betriebsmonitoring über 28 Monate zeigt im Mittel rund 27 W/m² Kühlleistung, bezogen auf die aktive Panel-Fläche. Im Hitzesommer lag die Raumtemperatur im Mittel bei 24 bis 25 °C, während außen über 40 °C herrschten. Die übrige Decke blieb für Architektur und Licht frei. Den Projektbericht finden Sie unter ABW Architekten.

Ein vergleichbares Bild zeigt der KfW-40-Neubau von Team Funke (Funke Klimatechnik, Wildeshausen). Bei nur 23 % Deckenbelegung blieb die Raumtemperatur im Hochsommer stabil bei 23 °C, die Kühlkosten lagen im Spitzenmonat bei 5,29 Euro für 30 m² Büro. Auch hier bestätigt sich die Rechnung: Rund ein Viertel der Decke trägt die Last, die übrige Fläche steht der Planung frei zur Verfügung.

Grundlagen und Quellen

Kühlleistung geprüft nach DIN EN 14240 (Untertemperatur 8 K, Raum 26 °C); thermische Behaglichkeit und operative Temperatur nach DIN EN ISO 7730. Die nötige Panelfläche folgt aus der Raumkühllast in Watt geteilt durch die spezifische Kühlleistung, die Belegung aus dem Verhältnis von Panelfläche zu Deckenfläche. Alle Leistungsangaben in W/m² beziehen sich auf die aktive Panel-Fläche, nicht auf die Raumgrundfläche; nur die Kühllast von 50 W/m² im Rechenbeispiel ist auf die Grundfläche bezogen. Die Betriebswerte der Praxisbeispiele stammen aus dem Monitoring der angeführten Projekte. Maßgeblich ist die jeweils gültige Normfassung.