Kurz gesagt: Gute Büroakustik beginnt an der Decke. Die Nachhallzeit ist das zentrale Maß, der Schallabsorptionsgrad αw der wichtigste Kennwert, und DIN 18041 gibt die Sollwerte vor. Weil die Decke die größte freie Fläche ist, lässt sich Akustik dort am wirksamsten und gemeinsam mit der Kühlung lösen.

Warum Akustik im Büro zählt

Lärm ist im Großraumbüro der häufigste Störfaktor. Lange Nachhallzeiten verschlechtern die Sprachverständlichkeit und erhöhen den Geräuschpegel, weil sich Gespräche überlagern. Das kostet Konzentration und damit Produktivität. Akustikplanung ist deshalb kein Komfortextra, sondern ein Leistungsfaktor.

Die Kennwerte: Nachhallzeit und αw

Die Nachhallzeit (T60) ist die Zeit, in der der Schalldruckpegel um 60 Dezibel abfällt. Sie hängt vom Raumvolumen und der gesamten Schallabsorptionsfläche ab (Sabinesche Formel). Diese Fläche ergibt sich aus den Materialflächen multipliziert mit ihrem Absorptionsgrad. Der bewertete Einzahlwert αw, gemessen nach DIN EN ISO 354 und eingeordnet nach DIN EN ISO 11654, macht Produkte vergleichbar: αw nahe 1,0 entspricht Absorptionsklasse A.

Die Anforderung: DIN 18041

DIN 18041 definiert je nach Nutzung und Raumvolumen Soll-Nachhallzeiten. Für Räume mit Anspruch an Sprachverständlichkeit, etwa Büros und Besprechungsräume, liegen die empfohlenen Werte meist bei rund 0,5 bis 0,8 Sekunden. Erreicht wird das über ausreichend absorbierende Fläche, und die liegt am wirksamsten an der Decke.

Akustik und Kühlung gemeinsam lösen

Die Decke ist zugleich der beste Ort für Kühlung. Statt Akustik- und Kühldecke gegeneinander auszuspielen, vereinen integrierte Systeme beides in einem Element, das Klimapanel mit αw ≈ 1,0 (Klasse A) bei 107 W/m², die Klimaleuchte mit αw ≈ 0,85 (Klasse B) bei 184 W/m² Kühlleistung nach DIN EN 14240. Wie das technisch zusammengeht, vertieft der Artikel Akustikdecke oder Klimadecke?

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Grundlagen und Quellen

Fachliche Grundlagen: DIN 18041 (Hörsamkeit in Räumen, Soll-Nachhallzeiten); DIN EN ISO 354 (Messung der Schallabsorption) und DIN EN ISO 11654 (bewerteter Schallabsorptionsgrad αw); Sabinesche Formel für die Nachhallzeit; DIN EN 14240 (Kühlleistung). interpanel-Kennwerte (αw, Kühlleistung) aus dem Systemvergleich. Maßgeblich ist die jeweils gültige Normfassung.