Lexikon
Schwüle
Schwüle ist feuchtwarme, drückende Luft, die die Fähigkeit des Körpers behindert, über Verdunstung von Schweiß Wärme an die Umgebung abzugeben. Der Deutsche Wetterdienst zieht die Grenze bei einem Dampfdruck des Wasserdampfs von 18,8 Hektopascal, das entspricht einem Taupunkt von rund 17 Grad.
Ab wann ist es schwül?
Maßgeblich ist der tatsächliche Wassergehalt der Luft, nicht die relative Luftfeuchte allein. Weil warme Luft mehr Wasser aufnehmen kann, genügt bei höheren Temperaturen eine geringere relative Feuchte, um die Schwelle von 18,8 Hektopascal zu erreichen: bei 20 Grad rund 80 Prozent, bei 30 Grad rund 44 Prozent, bei 40 Grad rund 25 Prozent relative Luftfeuchtigkeit.
Warum Schwüle den Körper belastet
Bei Hitze gibt der Körper Wärme vor allem über verdunstenden Schweiß ab. Die Verdunstung von einem Liter Schweiß entzieht ihm rund 2.400 Kilojoule. Bei feuchter Luft verdunstet der Schweiß jedoch kaum noch, diese Kühlung versagt teilweise, und die Wärme staut sich. Deshalb kann feuchte Hitze belastender sein als trockene bei höherer Temperatur. Die physikalische Grenze beschreibt die Feuchtkugeltemperatur.
Schwüle und Taupunkt
Der Taupunkt ist ein gutes Maß für Schwüle, weil er den Wassergehalt der Luft unabhängig von der Temperatur beschreibt. Ab einem Taupunkt von rund 17 Grad empfinden die meisten Menschen die Luft als schwül, ab etwa 20 Grad als sehr drückend. Weil die Feuchte die Kühlung bremst, steigt bei Schwüle auch die gefühlte Temperatur deutlich über die gemessene Lufttemperatur.
Stand: 3. Juli 2026
FAQ
Häufige Fragen zur Schwüle
Ab wann ist es schwül?
Der Deutsche Wetterdienst definiert Schwüle über den Dampfdruck des Wasserdampfs: Ab 18,8 Hektopascal gilt die Luft als schwül, das entspricht einem Taupunkt von rund 17 Grad. Je wärmer die Luft, desto weniger relative Feuchte genügt dafür: bei 20 Grad rund 80 Prozent, bei 30 Grad rund 44 Prozent, bei 40 Grad rund 25 Prozent.
Warum belastet Schwüle den Körper?
Weil sie die Schweißverdunstung behindert, mit der der Körper Wärme abgibt. Ist die Luft feucht, verdunstet der Schweiß kaum noch, die Wärme staut sich. Mehr dazu im Artikel Schwüle: warum feuchte Hitze so belastet.
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