Kurz gesagt: Eine Klimaleuchte vereint Licht, Akustik, Heizung und Kühlung in einem Deckenelement. Bei der Planung zählen vier Größen: Beleuchtungsstärke (mind. 500 lx), Blendung (UGR ≤ 19), Steuerung über DALI und die thermische Last, denn das aktiv gekühlte LED-Licht senkt die Kühllast statt sie zu erhöhen.
Licht: Beleuchtungsstärke und Blendung
Für Büro- und Bildschirmarbeitsplätze fordert DIN EN 12464-1 mindestens 500 lx auf der Arbeitsfläche und einen UGR von höchstens 19. Beide Ziele begünstigen großflächige Leuchten: Eine große, gleichmäßig leuchtende Fläche liefert die geforderte Beleuchtungsstärke bei niedriger Leuchtdichte und damit geringer Blendung. Die Ausleuchtung ist blend- und schattenfrei, photometrisch nachweisbar, mit einer Farbwiedergabe über CRI 90.
Steuerung: DALI und Human Centric Lighting
Das Licht wird stufenlos über DALI gesteuert und lässt sich im Sinne von Human Centric Lighting dynamisch an den Tagesverlauf anpassen. Farbtemperatur und Intensität folgen dem circadianen Rhythmus, das Licht ist flickerfrei. So unterstützt die Beleuchtung Wachheit am Tag und stört die Schlafqualität nicht.
Für die biologische Wirkung zählt dabei nicht die Kelvin-Zahl, sondern wie viel melanopisch wirksames Licht das Auge erreicht (melanopic EDI, vertikal in Augenhöhe). Über die 500 lx auf der Arbeitsfläche hinaus empfiehlt der wissenschaftliche Konsens tagsüber mindestens rund 250 lx melanopic EDI am Auge (Brown et al. 2022; DIN/TS 67600), abends deutlich weniger. Genau hier wirkt die große, helle Leuchtfläche: Sie liefert die nötige vertikale Beleuchtungsstärke am Auge aus einem großen Raumwinkel, blendarm und näher am Tageslicht als punktförmige Leuchten. Tageslicht sollte dafür zuerst genutzt werden; eine medizinische Lichttherapie ersetzt HCL nicht.
Der versteckte Vorteil: LED-Abwärme als gekühlte Last
Beleuchtung erzeugt Wärme, in einem typischen Büro 7 bis 12 W/m², also bis zu einem Viertel der Gesamtkühllast. Bei getrennten Leuchten geht diese Wärme in den Raum und muss zusätzlich weggekühlt werden. In der Klimaleuchte sitzen die LEDs an der Kühlfläche: Ihre Abwärme wird direkt ins Wasser abgeführt, bevor sie den Raum erreicht.
Das senkt die Gesamtkühllast um bis zu 20 Prozent. Zugleich arbeiten die aktiv gekühlten LEDs bei moderater Leistung, was ihre Lebensdauer deutlich verlängert.
Vier Funktionen, ein Gewerk
Geplant wird die Klimaleuchte als ein Element statt als drei getrennte Systeme für Licht, Akustik und Klima. Das vereinfacht die Deckenplanung und die Gewerkekoordination. Die Kühlleistung der Klimaleuchte von rund 184 W/m² (DIN EN 14240, inklusive Abführung der LED-Abwärme) bleibt dabei taupunktunabhängig erhalten.
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Grundlagen und Quellen
Fachliche Grundlagen: DIN EN 12464-1 (Beleuchtung von Arbeitsstätten, Beleuchtungsstärke und UGR); DIN/TS 67600 (biologisch wirksame Beleuchtung); DIN EN 14240 (Kühlleistung von Kühldecken). interpanel-Leistungswerte nach DIN EN 14240 (8/12 °C bei 26 °C Raum); Licht- und Akustikkennwerte sowie LED-Kühlung aus dem interpanel-Systemvergleich. Maßgeblich ist die jeweils gültige Normfassung.