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Melanopische Beleuchtungsstärke

Die melanopische Beleuchtungsstärke (melanopic EDI, melanopisch äquivalente Tageslicht-Beleuchtungsstärke) gibt an, wie stark Licht auf die Zellen im Auge wirkt, die die innere Uhr steuern. Sie wird in Lux angegeben, senkrecht am Auge gemessen und ist in CIE S 026 definiert. Ein internationaler Expertenkonsens empfiehlt tagsüber mindestens 250 lx, in den drei Stunden vor dem Schlafen höchstens 10 lx und im Schlaf höchstens 1 lx.

Was sie beschreibt

Neben Stäbchen und Zapfen enthält die Netzhaut lichtempfindliche Ganglienzellen mit dem Sehfarbstoff Melanopsin. Sie reagieren am stärksten auf blaugrünes Licht um 490 Nanometer und melden der inneren Uhr, wie hell es ist. Die melanopische Beleuchtungsstärke drückt diese Wirkung als Vergleichswert aus: Sie nennt die Beleuchtungsstärke von Tageslicht (Normlichtart D65), die dieselbe Wirkung auf diese Zellen hätte.

Unterschied zur Beleuchtungsstärke

Die gewöhnliche Beleuchtungsstärke bewertet Licht nach der Hellempfindlichkeit des Auges und wird meist waagerecht auf der Arbeitsfläche gemessen. Die melanopische Beleuchtungsstärke bewertet dasselbe Licht nach der Empfindlichkeit des Melanopsins und wird senkrecht am Auge gemessen. Rechnerisch ist sie die Beleuchtungsstärke am Auge, multipliziert mit dem melanopischen Tageslichtverhältnis der Lichtquelle (CIE S 026). Zwei Leuchten mit gleicher Lux-Zahl können deshalb sehr unterschiedlich wirken, und auch die Farbtemperatur in Kelvin bildet die Wirkung nicht zuverlässig ab (Esposito & Houser, Scientific Reports 2022).

Empfohlene Werte

  • Tagsüber: mindestens 250 lx melanopic EDI am Auge, senkrecht in rund 1,2 m Höhe gemessen.
  • Abends, ab mindestens drei Stunden vor dem Schlafen: höchstens 10 lx.
  • Im Schlaf: höchstens 1 lx, die Schlafumgebung so dunkel wie möglich.

Die Werte stammen aus Brown et al. (PLoS Biology 2022) und gelten für gesunde Erwachsene von 18 bis 55 Jahren mit regelmäßigem Tagesablauf. Sie sind eine Empfehlung, keine Norm. Planungsempfehlungen für die nichtvisuelle Lichtwirkung gibt die DIN/TS 67600:2022-08.

Bedeutung für die Planung

Tageslicht ist die wirksamste Quelle und sollte zuerst genutzt werden. Kunstlicht ergänzt es dort, wo Tageslicht nicht reicht. Große, diffus leuchtende Flächen an der Decke liefern viel senkrechtes Licht am Auge bei geringer Blendung. Mehr Licht am Auge kostet allerdings Energie und kann das Blendrisiko erhöhen; diesen Zielkonflikt muss die Lichtplanung abwägen. Die melanopische Beleuchtungsstärke ist die eigentliche Stellgröße eines Konzepts für Human Centric Lighting.

Stand: 27. September 2026

Quellen: CIE S 026:2018; Brown et al. (2022), PLoS Biology 20(3), e3001571; DIN/TS 67600:2022-08; Esposito und Houser (2022), Scientific Reports

Häufige Fragen zu Melanopische Beleuchtungsstärke

Reichen 500 lx auf dem Schreibtisch für die biologische Wirkung?

Nicht automatisch. Die 500 lx der DIN EN 12464-1 gelten waagerecht auf der Arbeitsfläche und sind auf das Sehen bewertet. Wie viel melanopisch wirksames Licht am Auge ankommt, hängt vom Spektrum, von der Raumgeometrie und von der Blickrichtung ab und muss eigens geplant werden.

Wie misst man die melanopische Beleuchtungsstärke?

Mit einem Spektrometer oder einem Messgerät, das die melanopische Bewertung nach CIE S 026 beherrscht. Gemessen wird senkrecht in Augenhöhe, bei sitzender Tätigkeit in rund 1,2 m, in typischer Blickrichtung.

Sind die Werte 250, 10 und 1 lx verbindlich?

Nein. Sie stammen aus einem internationalen Expertenkonsens (Brown et al., PLoS Biology 2022) und gelten für gesunde Erwachsene von 18 bis 55 Jahren mit regelmäßigem Tagesablauf. Planungsempfehlungen gibt die DIN/TS 67600:2022-08, auch sie ist nicht verbindlich.

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